Reale Angriffe, NIS2 und KI: IT-Sicherheitsforum Hansalinie bei Remmers stößt auf großes Interesse
Reale Angriffe, NIS2 und KI: IT-Sicherheitsforum Hansalinie bei Remmers stößt auf großes Interesse / Gut 100 Teilnehmende informierten sich in Löningen über aktuelle Cyberbedrohungen, betriebliche Krisenvorsorge und konkrete Handlungsmöglichkeiten
Landkreis Cloppenburg. Cyberangriffe sind längst kein abstraktes IT-Risiko mehr. Wenn zentrale Systeme ausfallen, können innerhalb kürzester Zeit auch Produktion, Logistik, Verwaltung und Kommunikation eines Unternehmens beeinträchtigt werden. Wie Unternehmen die aktuelle Bedrohungslage realistisch einordnen, sich organisatorisch vorbereiten und im Ernstfall handlungsfähig bleiben können, stand im Mittelpunkt des IT-Sicherheitsforums Hansalinie 2026, das kürzlich bei der Remmers GmbH in Löningen stattfand.
Eingeladen hatten der Verein Wachstumsregion Hansalinie e.V. gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Cloppenburg, der Remmers GmbH, dem cyberintelligence institute, der LMIS AG und der EWE Tel GmbH. Gut 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen kamen im Remmers-Kompetenzzentrum für Bauten- und Bodenschutz zusammen. Das große Interesse zeigte, welche Bedeutung IT-Sicherheit und Cyberresilienz inzwischen für Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen haben.
Nach der Begrüßung durch Steffen Heise von der Remmers Gruppe und Dirk Gehrmann von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Cloppenburg berichtete Oliver Lücker, Bereichsleiter IT & Prozesse bei Remmers, über einen realen Cyberangriff auf das Unternehmen. Im Mittelpunkt standen weniger technische Einzelheiten als vielmehr die Abläufe, Reaktionen und konkreten Auswirkungen des Angriffs.
Anschließend ordnete Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker vom cyberintelligence institute die aktuelle Cybersicherheitslage ein. Er verdeutlichte, dass Unternehmen zunehmend professionell organisierten Angreifern gegenüberstehen und Künstliche Intelligenz die Qualität, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit von Angriffen weiter erhöhen kann. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der NIS2-Regulierung und den daraus entstehenden Anforderungen und Verantwortlichkeiten für betroffene Unternehmen und deren Leitungsorgane.
Christian Brückener von der LMIS AG beleuchtete die Rolle Künstlicher Intelligenz aus einer weiteren Perspektive. KI kann Angreifer dabei unterstützen, Phishing, Manipulationen und andere Angriffsmethoden gezielter und automatisierter umzusetzen. Gleichzeitig eröffnen KI-gestützte Lösungen neue Möglichkeiten, verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen, Zusammenhänge zu analysieren und auf Bedrohungen automatisiert zu reagieren. Entscheidend sei dabei, technische Lösungen in eine belastbare Sicherheitsstrategie und klare Unternehmensprozesse einzubetten.
Welche Entscheidungen Unternehmen während eines laufenden Angriffs treffen müssen, zeigte Andreas Wiese von der EWE TEL GmbH anhand eines realistischen Ransomware-Szenarios. Dabei ging es unter anderem um Sofortmaßnahmen, interne und externe Kommunikation, die Koordination verschiedener Beteiligter und die Voraussetzungen für einen kontrollierten Wiederanlauf von Systemen und Produktion. Deutlich wurde, dass viele entscheidende Fragen nicht erst während des Angriffs geklärt werden dürfen, sondern bereits im Vorfeld vorbereitet und regelmäßig überprüft werden müssen.
Ergänzt wurde das Programm durch den AR-Demonstrator „BCM360“, den Thomas Labendsch von der MACONIA GmbH präsentierte. Mithilfe der Anwendung konnten betriebliche Krisen- und Ausfallszenarien anschaulich dargestellt und mögliche Reaktionen praxisnah nachvollzogen werden.
Neben den Fachimpulsen spielte der persönliche Austausch eine zentrale Rolle. Beim anschließenden Imbiss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, eigene Fragestellungen zu diskutieren, Erfahrungen zu teilen und sich mit den Referenten, Partnern und anderen Unternehmen zu vernetzen.
„Das IT-Sicherheitsforum hat deutlich gemacht, dass Cyberangriffe nicht allein als technisches Problem betrachtet werden dürfen, sondern ein konkretes Unternehmensrisiko darstellen“, sagt Paul Bauer von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Cloppenburg und der Wachstumsregion Hansalinie e.V.. „Entscheidend ist das Zusammenspiel aus technischen Schutzmaßnahmen, klaren Verantwortlichkeiten, vorbereiteten Abläufen und einer funktionierenden Kommunikation. Besonders wertvoll waren deshalb die offenen Einblicke aus der Praxis und der Austausch darüber, wie Unternehmen auch im Ernstfall handlungsfähig bleiben können.“.
Für den Verein Wachstumsregion Hansalinie e.V. ist der Wissenstransfer zu aktuellen technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ein zentraler Bestandteil der Vereinsarbeit. Ziel ist es, Unternehmen aus der Region zusammenzubringen, relevantes Wissen zugänglich zu machen und den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Technologiepartnern und Wirtschaftsförderung zu stärken.
Für Rückfragen stehen Andreas Thielscher (Telefon: 04471/15-440, E-Mail: thielscher@lkclp.de) und Paul Bauer (Telefon: 04471/15-408, E-Mail: p.bauer@lkclp.de) von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Cloppenburg sowie dem Verein Wachstumsregion Hansalinie zur Verfügung.
Über den Wachstumsregion Hansalinie e.V.
Der Wachstumsregion Hansalinie e.V. wurde 2011 von den Landkreisen Cloppenburg, Diepholz, Oldenburg, Osnabrück und Vechta sowie regionalen Unternehmen gegründet, um die Wirtschaftsdynamik und Zusammenarbeit in den Kompetenzbereichen Automatisierungs- und Elektrotechnik, Lebensmittel- und Ernährungswirtschaft, Logistik, Maschinen- und Anlagenbau sowie umweltschonende Technologien zu fördern. Der Verein setzt sich für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen, den Ausbau regionaler Standortvorteile und die gezielte Vermarktung der Region entlang der Autobahn A1 („Hansalinie“) ein.
Besonderes Augenmerk legt der Verein auf die Förderung von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und der Sicherung von Fachkräften. Gemeinsam mit Unternehmen, Hochschulen und weiteren Partnern entwickelt der Verein innovative Projekte und unterstützt den Wissenstransfer, um die Region zukunftssicher aufzustellen.
Netzwerkbildung, Innovationstransfer und die gezielte Stärkung der regionalen Kompetenzen machen die Wachstumsregion Hansalinie zu einem starken Partner für Wirtschaft und Gesellschaft.
Homepage: https://www.hansalinie.eu/

Text und Foto via LK Cloppenburg
