Reparatur der Mersmühle

Nachdem die Mersmühle starke Sturmschäden im Frühjahr erlitten hat, befinden sich die Reparaturarbeiten durch den Mühlenbauer nun in vollem Gange.

Haren (Ems). Ende Februar wütete der Sturm „Zeynep“ über Deutschland und machte dabei auch bei der Mersmühle am Heimathof der Stadt keinen Halt:

Bei der restaurierten Windmühle rissen aufgrund des starken Winds die Spanngurte, welche zur Sicherung des Kammrades dienen. „Dies hatte zur Folge, dass die Flügel zu drehen begannen und auch die Kappe der Mühle sich in den Wind drehte. Hierbei brach der ansonsten durch im Boden verankerte Ketten gesicherte Steert im unteren Bereich und es löste sich die Verkeilung eines Mühlenflügels, so dass dieser so herunterrutschte und im Erdwall stecken blieb. Und das war Glück im Unglück, denn so konnte eine weitere Rotation der Kappe und der Flügel wirksam unterbunden werden“, erklärt Bürgermeister Markus Honnigfort den Vorfall. Somit wurden im Außenbereich „nur“ die hölzernen Anbauten für die Flügelbespannung zerstört, da die Rute des Mühlenflügels aus Stahl besteht.

Im Zuge der Instandsetzung wurde der Mühlenbauer Gert Möller beauftragt, die entstandenen Schäden an der Mersmühle zu reparieren. Der Tischlermeister aus Melle ist auf die Restauration von historischen Wind- und Wassermühlen spezialisiert und kann auf mehr als 30 Jahre Erfahrung zurückblicken: „Bei den an der Mersmühle bereits gemachten und noch geplanten Maßnahmen handelt es sich um Tätigkeiten, welche auch im historischen Kontext im Laufe der Jahrhunderte im Sinne einer laufenden Unterhaltung immer mal wieder nötig waren, um die Funktion einer Mühle zu gewährleisten.“

In diesem Kontext wurden das Kammrad und die Bremse nun schon wieder in Stand gesetzt. Darauffolgend wurde mit den Arbeiten an der Steertanlage begonnen. Da eine Reparatur nach Begutachtung des Mühlenbauers auch aufgrund der gealterten Materialsubstanz nicht möglich ist, musste die komplette Steertanlage inkl. Spreetbalken aus Eichenholz erneuert werden. Im Zuge der Neumontage der Steertanlage werden dann auch direkt die abgebrochenen Schoren (zur Sicherung des Steerts mittels Ketten) renoviert. Final werden noch die Reparaturen an den Flügeln durchgeführt – nach Abschluss der Arbeiten werden diese dann wieder in Position gebracht und entsprechend verkeilt.

Manuel Deeters, der zuständige städtische Mitarbeiter für das Projekt, ist dankbar, dass es so gut vorangeht: „Wenn die Arbeiten nun bald abgeschlossen sind, wird der Schaden, den der Sturm verursacht hat, vollständig beseitigt sein! In dem Zusammenhang erwarten wir kurzfristig auch die Fertigstellung des neuen Geräte- und Lagerraums für den Heimatverein.“ Im Zuge des Umzugs der örtlichen Kunstgruppe in die alte „Fruchtscheune“ als Wirkungsstätte, wurde der Bedarf für einen zusätzlichen Raum für die Heimatvereinsarbeit festgestellt. Aktuell wird daher im hinteren Bereich des Mühlenmuseums angebaut – auch hier gehen die Arbeiten sukzessive voran.

Auch Bürgermeister Honnigfort ist über den Fortschritt der Arbeiten am Harener Denkmal hocherfreut und fügt hinzu: „Wir haben in Bezug auf die Renovierung unserer Mersmühle insbesondere Wert daraufgelegt, dass nur beschädigte bzw. zerstörte Teile in gleicher Materialität und Bauweise ausgetauscht werden, d. h. an der Funktion oder der Optik der Mühle wird sich nichts verändern.“

Auch zukünftig sind noch weitere Sanierungsmaßnahmen an der Mühle geplant: „Ziel ist es, die Mersmühle zu ihrem 200-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 in neuem Glanz erstrahlen zu lassen – ganz im Rahmen der Denkmalpflege.“, erläutert der Bürgermeister.

Text und Fotos: Stadt Haren