Robert Weber und die HSG gehen ab Sommer getrennte Wege

Robert Weber und die HSG gehen ab Sommer getrennte Wege – Österreichische Handball-Legende verlässt den Club nach drei Jahren

Mitten im Aufstiegskampf nimmt die Personalplanung bei der HSG Nordhorn-Lingen für die Saison 2022/23 weitere Konturen an. Nach den bereits feststehenden Abgängen von Daniel Fontaine, Patrick Miedema und Pavel Mickal wird auch unser österreichischer Rechtsaußen Robert Weber in der kommenden Spielzeit nicht mehr für unser Team auflaufen. 

„Wie wir schon berichteten, so Geschäftsführer Matthias Stroot, möchten wir unseren Kader deutlich verjüngen, wobei leider Trennungen unausweichlich sind. Robert war in seinen 3 Jahren bei uns ein wichtiger Spieler, der seine langjährige Erstliga-Erfahrung bei uns eingebracht hat. Dafür bedanken wir uns und wünschen Robert für seine Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“ 

Deshalb steht zu erwarten, dass nach Spielmacher Alexander Feld (Wetzlar) und Linksaußen Jaime Fernández (Ademar Léon) noch der ein oder andere Neuzugang verkündet wird, um im besten Fall im nächsten Jahr den Klassenerhalt in der Ersten Liga zu schaffen. 

Auch Robert Weber will weiter Handball spielen. Der 36-Jährige war nach dem HSG-Aufstieg 2019 zur HSG gekommen. Seine erste Saison mit den Roten wurde im Frühjahr abgebrochen, im zweiten Jahr ging es als Drittletzter in Liga Zwei, und hier trägt er mit bislang 115/44 Treffern (nach 25 Spielen) entscheidend dazu bei, dass sein Team einen Aufstiegsplatz einnimmt. 

Seine Bezeichnung als „Legende“ verdankt er u. a. dem Umstand, dass er während der Handball-EM im Januar für sein 200. Länderspiel für die Nationalmannschafts Österreichs geehrt wurde, in der er bereits mit 18 debütierte. Und: Nach 13 Jahren im deutschen Handball-Oberhaus steht Robert Weber auf Platz 5 der ewigen Torschützenliste. In Balingen (ein Jahr), insbesondere in Magdeburg (zehn Jahre, Torschützenkönig 2015) und Nordhorn kam er auf insgesamt 2.435 Tore. Direkt vor ihm rangiert der 40-jährige Däne Hans Lindberg, der – ebenfalls als Rechtsaußen – bei den Füchsen Berlin immer noch für Furore sorgt und von Robert Weber als Beispiel dafür bezeichnet wird, auch im „hohen“ Handballalter noch absolute Topleistungen auf die Platte zu bringen. 

Und das hat RW8 auch noch weiter vor. „Nach drei Jahren gemeinsamen Weges ziehen wir im Sommer einen Schlussstrich“, sagt er und fügt hinzu: „Ich will auf jeden Fall weiter Handball spielen. Ich bin ganz früh Profi geworden, habe immer noch Riesenspaß daran und bin körperlich topfit.“ Dass er nie ernsthaft verletzt gewesen ist, macht diese Entscheidung noch leichter. „Wie Hans Lindberg auch bin ich ein Kämpfer, aus der alten Schule. Ich habe nie wegen irgendeines Wehwehchens gleich eine Woche Pause gemacht, sondern meine Leistung gebracht.“ 

Daran, dass er für den Aufstieg mit der HSG Nordhorn-Lingen alles geben wird, lässt er keinerlei Zweifel aufkommen, dieses gemeinsame Ziel will er unbedingt erreichen. Und dann geht der „Blick nach vorn“, wie er sagt. „Ich glaube an mich und bin nie ein Freund von Stillstand gewesen. Es wird andere Optionen geben.“ Auch die Tätigkeit als Handballtrainer bezeichnet er als eine Idee für die Zukunft. „Ich bin mit Haut und Haaren Handballer, seit ich 7 bin, und ich werde dem Handball nach meiner aktiven Karriere sicher erhalten bleiben. Auch den Gedanken an das Traineramt habe ich für später. Bei der Nationalmannschaft in Österreich habe ich schon erste Schritte für den Erwerb der B-Lizenz gemacht. Doch ob es so kommen wird, kann ich heute noch nicht sagen.“ 

Doch zunächst will RW8, der in seiner Magdeburger Zeit auch Sport-Marketing studiert hat, sowieso noch weiter Tore werfen. Das gilt auch für die Nationalmannschaft, mit der er unter seinem ehemaligen Mitspieler und Trainer Pajovič gerade in der Vorquali für die WM im Januar zweimal gegen Estland gewonnen hat. Unterstützt wird er in seiner Entscheidung von seiner Frau Lisa, die wie er aus der Nähe von Bregenz am Bodensee stammt. Sie haben einen achtjährigen Sohn, der in Magdeburg zur Welt kam. In seiner Heimat hat Robert übrigens drei Brüder und wie seine Frau eine große Familie. 

Text und Foto: HSG