Seltener Fund eines Bronzebeils – Bei Gang mit Metalldetektor in der Samtgemeinde Sögel entdeckt

Meppen/Sögel. Bei einer so genannten Prospektion mit Metallsonden wurde im September in der Samtgemeinde Sögel ein rund 3.600 Jahre altes Bronzebeil gefunden – eine kleine Sensation. Neben anderen bedeutenden Funden der älteren Bronzezeit wird dieser jüngste seltene Fund derzeit als „Ausstellungsstück des Monats“ im Emsland Archäologie Museum, An der Koppelschleuse 19 a, in Meppen präsentiert.

Unter der Leitung des Kreisarchäologen Thomas Kassens war während der archäologischen Untersuchung der Bodenoberfläche mit Hilfe von Metallsonden der Fund des seltenen Bronzebeils von Stefan Haupt, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kreisarchäologie im Landkreis Emsland, in der Samtgemeinde gemacht worden.

Es handelt sich um ein sogenanntes Randleistenbeil aus der älteren Bronzezeit (ca. 1.600 v. Chr.) von etwa 11 cm Länge und einer rund 4,5 cm breiten Schneide in bestem Erhaltungszustand. „Eine kleine Sensation, denn Funde aus der älteren Bronzezeit sind im Emsland sehr selten“, ordnet Kassens die Entdeckung ein.

Randleistenbeile dieses Typs gehören zu den ältesten Werkzeugen aus Bronze, die in Norddeutschland hergestellt wurden. Ein solcher Fund in der Nähe von Sögel deutet auf ein „Produktions-Zentrum“ von Bronzewaffen hin, das in der älteren Bronzezeit hier bestand. Unter anderem stammt das bereits 1927 entdeckte Schwert „Typ Sögel“ hierher. Dieses frühe Zentrum der Bronzeverarbeitung ist insofern bemerkenswert, als die für die Bronzeherstellung benötigten Metalle – Kupfer und Zinn – aus großer Entfernung herangeschafft werden mussten, da es im Emsland keine entsprechenden Metallvorkommen gab. Kupfer wurde in der Bronzezeit im Harz gewonnen, Zinn kam aus dem heutigen Spanien bzw. aus Südengland.

Ob die Metalle erst vor Ort zu Bronze verarbeitet wurden oder Bronze in Barrenform bis ins nördliche Emsland gehandelt wurde, lässt sich nicht mehr klären. Augenscheinlich aber verfügten die bronzezeitlichen Handwerker über genügend Material für die Produktion ausgezeichneter Waffen.

Der Fund und die weiteren Exponate sind während der Öffnungszeiten des Emsland Archäologie Museums, dienstags bis samstags, 14 bis 18 Uhr, sowie sonntags, 11 bis 18 Uhr, zu besichtigen.

Text und Foto: Landkreis Emsland