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Stolpersteinverlegung für die Familie de Haas in Werlte

Werlte. Die Stadt Werlte lädt am Mittwoch, 15. April 2026 um 15.00 Uhr zur Verlegung von Stolpersteinen für die jüdische Familie de Haas ein. Die Gedenkveranstaltung findet am Osterend 12 in Werlte statt.
Mit der Verlegung der Stolpersteine erinnert die Stadt an das Schicksal der Familie von Sigmund (Simon) und Klara de Haas, die viele Jahre am Osterend lebte. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Familie zunehmend entrechtet und verfolgt. Nachdem jüdischen Viehhändlern 1937 die Handelszulassung entzogen worden war, verlor auch die Familie de Haas ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage. Im Dezember 1941 wurde die Familie gemeinsam mit weiteren jüdischen Bürgerinnen und Bürgern aus Werlte nach Osnabrück gebracht und von dort in das Ghetto Riga deportiert. Viele Mitglieder der Familie überlebten die nationalsozialistische Verfolgung nicht.
Die Stolpersteine sind Teil eines europaweiten Erinnerungsprojekts des Künstlers Gunter Demnig. Die kleinen Messingtafeln werden vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Opfer in den Gehweg eingelassen. Sie tragen Namen sowie Lebensdaten der Menschen und erinnern im Alltag an ihr Schicksal.
Schülerinnen und Schüler der Albert-Trautmann-Schule sowie des Gymnasiums Werlte stellen während der Gedenkveranstaltung das Projekt „Stolpersteine“ und anschließend die Biografien der Opfer aus der Familie de Haas vor. Einen historischen Vortrag zur Geschichte der Familie hält der Werlter Heimatforscher Joseph Meyer. Im Anschluss erfolgt die Enthüllung der Stolpersteine. Musikalische Beiträge von Timo Janzen begleiten die Veranstaltung.
„Mit der Stolpersteinverlegung möchte die Stadt Werlte ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen setzen und an die Menschen erinnern, die einst Teil der Werlter Gemeinschaft waren“, sagt Bürgermeister Daniel Thele. Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte sind zur Teilnahme eingeladen.

Text via SG Werlte