Swiss und Slime Ikone Diggen veröffentlichen neue Single

Die Zeiten des Linksradikalen Schlagers sind vorbei und Swiss + Die Andern sind wieder im Punkrock angekommen, denn am 1. Oktober 2021 erscheint die neue EP „Keine Gewalt ist auch keine Lösung“ und diese ist nicht einfach nur ein Release von Swiss + Die Andern, sondern eine Zusammenarbeit mit der Punkikone und dem ehemaligen Sänger der Kultband Slime: Dirk „Diggen“ Jora

Übrigens nicht die erste. Bereits in der Vergangenheit wardieAlt-und Neupunk-Allianz schon auf Stücken wie „Wir gegen die!“ und „Was geht die Scheisse dich an?“ zu hören. Eine Kollaborations-Historie, die nicht von ungefähr kommt: „Ich habe Swiss + Die Andern mal beim Ruhrpott Rodeo auf der großen Bühne gesehen und fand sie gleich Hammer“, erinnert sich Diggen. „Das war eine freshe Sache: Punk, aber eben noch mal neu definiert –und dass, obwohl mir das seit 1977 eigentlich gar nicht mehr möglich schien.Aber bei denen ging das-und nach unseren ersten beiden Songswar klar, dass da noch mehr kommen muss.“



Für Swiss ist die gemeinsame EP die Erfüllung eines lang gehegten Traums.„Ich bin während den Hafenstraßen-Zeiten groß geworden. Mein Vater hat mich zu den Demos mitgenommen und zuhause lief viel Punk. Das war mein erster Kontakt mit der Szene. Als ich später anfing selber Musik zu machen, war immer klar: Punk kommt von Slime. Mir und uns war immer wichtig, dass wir unsere Wurzeln und unsere Geschichte kennen. Deshalb ist es für uns einfach krass, jetzt mit Dirk eine gemeinsame Platte gemacht zuhaben.“

Und bei Licht betrachtet gibt es da auch so einige Parallelen in den Karrieren von Slime und Swiss + Die Andern: „Für mich sind und waren ein paar Sachen immer wichtig und kostbar“, findet Diggen. „Verständnis füreinander, genauso aber auch Humor und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Das habe ich früher bei Slime erlebt, aber auch jetzt bei Missglücke Welt und den Jungs um Swiss. All diese Dinge sind in diese Platte eingeflossen.“ Und Swiss ergänzt: „Ich will uns gar nicht mit Slime vergleichen. Aber mit vielen Problemen, die die Jungs damals hatten, müssen wir uns heute auch rumschlagen. Wenn ich die Stories von Dirk höre, habe ich uns oft darin wieder erkannt.“

Aus dieser Erkenntnis ist der Song „Plenum“ entstanden, für den sich im Kollektiv der Punkpolizeivertretung und den immer gleichen Vorwürfen gestellt wird, mit denen sich Slime genau wie Swiss + Die Andern immer wieder herumschlagen mussten und müssen: Mackertum, Verrat mit dem ersten verdienten Euro, heimliche Schnell restaurantbesuche- und überhaupt war früher doch alles besser. Deshalb haben Diggen, Swiss und Die Andern eine klare Botschaft für alle notorischen Nörgler mit Nostalgie-Fetisch: Erstmal ab ins Plenum und das Ganze bitte durchdiskutieren.

Auch abgesehen von „Plenum“ bilden Swiss + Die Andern + Diggen mit „Keine Gewalt ist auch keine Lösung“ ein enormes Punk-Spektrum ab. „Auf der einen Seite ist damit Dirk jemand, der Punk in Deutschland mitbegründet hat und im Ältestenrat des Genres den Vorsitz hat. Auf der anderen Seite wir, die Punk, was er sein kann und darf immer wieder aufs Neue ausreizen. Ich glaube, diese Fusion macht das ganze so spannend“, findet Swiss. Nicht ohne Grund.

„Halt die Fresse“ ist eine Kampfansage an alle Querdenker und Corona-Leugner und „Keine Gewalt“ bietet den perfekten Nährboden für kontroverse Diskussionen. Denn die Aussage ist klar: Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Gewalt zu Pflicht! Und so thematisierten Swiss und Diggen ihre Erfahrungen über die Jahre und kommen zu dem Ergebnis, das man einen Mob von Nazis noch nie mit Worten beruhigen konnte.Aber wer glaubt, dass „Keine Gewalt ist auch keine Lösung“ nur auf Krawall gebürstet ist, irrt sich gewaltig. Denn mit „Noch nicht kaputt“ und „Vermisst“ finden sich gleich zwei emotionale Songs auf der Platte, bei denen nicht nur die Jungs selbst Tränen in den Augen haben dürften.