Tierparkerweiterung erhält Planungsgrundlage – Bebauungsplanänderung vom Stadtrat beschlossen

Mit dem Kauf des ca. 2 Hektar großen Erweiterungsgeländes konnte der Tierpark 2016 eine wichtige Weiche seiner zukünftigen Entwicklung stellen. Bevor es aber richtig losgehen kann mit der Entwicklung des Geländes mussten in den letzten zweieinhalb Jahren erst die planungsrechtlichen Grundlagen dafür geschaffen werden. Bisher war dieses Gelände mit dem sich früher darauf befindlichen gastronomischen Betrieb als sogenanntes „Mischgebiet“ im Bebauungsplan, dem sogenannten „B-Plan“, ausgewiesen. Dieses musste in ein „Sondergebiet Tierpark“ weiterentwickelt werden, um den besonderen Anforderungen eines Zoobetriebes gerecht zu werden. Erst nach Abschluss eines solchen Planungs- und Diskussionsprozesses sind die Grundlagen vorhanden, um Gebäude, Anlagen und andere genehmigungspflichtige Bauten zu errichten. Mit dem einstimmigen Beschluss im Nordhorner Stadtrat Ende letzten Jahres wurde nun die vorletzte Hürde genommen.

„Mit dem B-Plan geben wir dem Tierpark einen verlässlichen Planungsrahmen für die nächsten Jahre!“ so Stadtbaurat Thimo Weitemeier bei einem Präsentationstermin im Nordhorn Familienzoo. „Das Erweiterungsgelände kann nun durch den Tierpark bebaut werden! Wir freuen uns, unser überregional bedeutendes Tourismusangebot dadurch weiter zu stärken!“

Tierparkerweiterung erhält Planungsgrundlage - Bebauungsplanänderung vom Stadtrat beschlossen - Foto: Tierpark Nordhorn - Tierparkarchiv
Tierparkerweiterung erhält Planungsgrundlage – Bebauungsplanänderung vom Stadtrat beschlossen – Foto: Tierpark Nordhorn – Tierparkarchiv

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurden durch Gutachter verschiedene Aspekte wie Ausgleichsmaßnahmen und Immissionen betrachtet. Vor allem wurden aber natürlich auch Zukunftsaspekte für die Entwicklung des Nordhorner Familienzoos in die Planungen aufgenommen um für die Realisierung die planungsrechtlichen Grundlagen zu haben. Immerhin soll der B-Plan für die nächsten 30 Jahre Planungssicherheit geben.

„Wir freuen uns über den einstimmigen Beschluss der Politik und bedanken uns bei allen Beteiligten für das konstruktive Verfahren! Ein tolles Geschenk zum 70ten Geburtstag des Tierparks!“ so Zoodirektor Dr. Nils Kramer. „Wir können unsere nächsten Ideen endlich in die Tat umsetzen!“

Natürlich hat der Tierpark Nordhorn die letzten Monate bereits genutzt um das Erweiterungsgelände zumindest in Teilen zu erschließen und erlebbar zu machen. „Auch wenn wir keine Gebäude errichtet haben, konnten wir doch neue Wege anlegen und die vorbereitende Infrastruktur schaffen!“ so der Tierpark-Geschäftsführer weiter. „Mit der niedersachsenweit erstmaligen Weltgartenausstellung hatten wir sogar einen echten Höhepunkt als Zwischenlösung auf dem Erweiterungsgelände!“
Aber auch anderenorts wurde kräftig gewerkelt. „Wir waren froh, passend zum Weihnachtsmarkt die neue Beleuchtung und den neuen Besucherweg am Hauptparkplatz fertig stellen zu können!“ so Kramer. „Der neue B-Plan ermöglicht es sogar, den Besucherweg bis an den Heseper Weg heranzuführen und die Besucherströme sicherer zu machen!“ Hierzu ist im Wald am Eingangsbereich, der erhalten werden konnte, ein Bereich für Walderlebnis vorgesehen.

Darüber hinaus ermöglicht der neue B-Plan auch weitere Entwicklungsschritte des Familienzoos. „Ideen für die Zukunft haben wir natürlich viele! Deutlich mehr als wir immer sofort bauen oder finanzieren könnten. Wir entwickeln uns nachhaltig, das zeichnet uns aus! “ lächelt Dr. Nils Kramer. „Wir freuen uns deshalb, dass schon jetzt im B-Plan die Idee des Tierparkhafens abgesichert ist!“

Als größte touristische Einrichtung in Nordhorn will der Tierpark die Vernetzung mit der Innenstadt vorantreiben und so einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Wasserstadt Nordhorn leisten. „Eine Bootsverbindung vom Tierpark zur Innenstadt ist nicht nur sehr attraktiv für die Besucher, sondern stärkt auch den Einzelhandel vor Ort“, sagt Kramer, der auch Vorsitzender des VVV-Stadt- und Citymarketing Nordhorn e.V. ist. „Wenn wir in Zeiten des Onlinehandels eine attraktive Innenstadt behalten wollen, müssen wir Erlebnisse schaffen, die über das einfache Einkaufen hinausgehen. Der Tierpark wird hier seiner Verantwortung für den Standort Nordhorn gerecht.“

Einen konkreten Zeitplan für die Realisierung des Hafens gibt es noch nicht. Zunächst stehen Baumaßnahmen für die Zootiere im Fokus der Baumaßnahmen, schließlich ist der Tierpark nach Genehmigung des B-Planes vorerst mit einigen anderen Baustellen gut beschäftigt, insbesondere mit dem Neubau der Leopardenanlage. Man sei aber froh, dass der neue B-Plan nun die grundsätzliche Perspektive biete und halte nach potentiellen Fördermitteln für einen solchen „Tierparkhafen“ Ausschau, heißt es aus dem Familienzoo.

Sehr viel konkreter ist die Aufteilung des Erweiterungsgeländes, die der Tierpark in Angriff genommen hat. „Wir wollen auf dem Erweiterungsgelände Platz schaffen für die Weiterentwicklung unserer Tierhaltung und zur Abrundung des historischen, regionalen Teils.“ Erläutert Kramer seine Pläne weiter. „Beide Bestandteile sind für uns als wissenschaftlich geführter Zoo immens wichtig, deshalb entwickeln wir sie weiter!“

Hier ist in der Zwischenzeit bereits die grobe Aufteilung erkennbar geworden. Das neue „Löwentor“ mit den historischen Sandsteinlöwen eines ehemaligen Nordhorner Stadttores, welches im 30jährigen Krieg stark beschädigt wurde, kurz vor der Känguruanlage zeigt schon jetzt den Besuchern an, bis wo der regionale, historische Themenbereich gehen wird. Auf dem Gelände der Weltgartenausstellung wird dann in den nächsten Jahren der exotische Teil des Tierparks weiterentwickelt.

Text und Fotos: Tierpark Nordhorn