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Unwetterwarnung: Sturmtief „Elli“ erreicht Emsland und Grafschaft Bentheim – Massive Gefahren durch Schneesturm und Glätte

Meppen/Nordhorn, 9. Januar 2026 – Während bereits am gestrigen Donnerstag erste Ausläufer für schwierige Straßenverhältnisse sorgten, hat das Sturmtief „Elli“ die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim am heutigen Freitag mit voller Härte erreicht. Die Behörden warnen eindringlich vor einer extremen Wetterlage, die weit über einen normalen Wintereinbruch hinausgeht.

Die Entstehung: Ein Kampf der Luftmassen

Hintergrund der aktuellen Unwetterlage ist ein ausgeprägter meteorologischer Konflikt über Mitteleuropa. Das Sturmtief „Elli“, das vom Englischen Kanal herangezogen ist, trifft auf eine massive Barriere aus arktischer Kaltluft, die von einem starken Hochdruckgebiet über Skandinavien nach Norddeutschland gedrückt wird.

An dieser sogenannten Luftmassengrenze entstehen extreme Druckunterschiede, die nicht nur zu starken Schneefällen, sondern auch zu stürmischen Ostwinden führen. Da die Böden durch die vorangegangene Frostperiode tiefgefroren sind, kann niedergehender Regen sofort zu gefährlichem Glatteis gefrieren, während der Wind den lockeren Neuschnee zu massiven Verwehungen auftürmt.

Die Gefahrenlage: Sichtweite nahe Null und Schneeverwehungen

Für den heutigen Freitag ergeben sich daraus drei Hauptgefahrenquellen für die Bürgerinnen und Bürger in der Region:

  1. Starke Schneeverwehungen: Durch die stürmischen Böen (Windstärken 7 bis 9) wird der Neuschnee unkontrolliert über die offenen Flächen des Emslandes und der Grafschaft Bentheim getrieben. Straßen können innerhalb von Minuten unpassierbar werden, da sich meterhohe Verwehungen bilden.
  2. „Whiteout“-Effekt: Die Kombination aus dichtem Schneefall und aufgewirbeltem Schnee führt zu extrem eingeschränkten Sichtweiten, die das Autofahren lebensgefährlich machen.
  3. Astbruch und Instabilität: Die schwere Schneelast auf Bäumen in Verbindung mit den Sturmböen erhöht das Risiko von herabstürzenden Ästen oder umstürzenden Bäumen massiv.


Verhaltenstipps: Was heute zu beachten ist

Die folgenden Sicherheitshinweise sollten heute besonders strikt beachtet werden:

  • Aufenthalte im Freien vermeiden: Bleiben Sie nach Möglichkeit im Haus. Meiden Sie insbesondere Wälder, Parks und Alleen.
  • Auto stehen lassen: Nutzen Sie Ihr Fahrzeug heute nur im absoluten Notfall. Der Schülertransport wurde bereits vorsorglich eingestellt.
  • Vorsorge für Fahrten: Sollte eine Fahrt unumgänglich sein, führen Sie unbedingt warme Decken, heiße Getränke in Thermoskannen und ein voll aufgeladenes Mobiltelefon mit. Achten Sie auf einen vollen Tank.
  • Sicherung von Gegenständen: Sichern Sie lose Gegenstände auf Terrassen, Balkonen oder in Gärten (Gartenmöbel, Mülltonnen etc.), damit diese nicht durch den Sturm umhergeschleudert werden.

Ausblick

Die Unwetterwarnung gilt voraussichtlich bis in die Nacht zum Samstag. Die Räumdienste sind im Dauereinsatz. Aktuelle Informationen zur Verkehrslage und zu möglichen weiteren Schulausfällen finden Bürger auf den offiziellen Webseiten der Landkreise sowie über die Warn-Apps (NINA/BIWAPP).