BlaulichtLingen

Vermisstensuche in verqualmtem Sechsparteienhaus in Lingen

Kellerbrand entpuppt sich als Zimmerbrand in Einliegerwohnung – Großeinsatz am Jakobs-Wolf-Platz

Lingen. Ein nächtlicher Brandeinsatz hat am Freitagabend Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zum Jakobs-Wolf-Platz in Lingen gerufen. Gegen 22:44 Uhr waren die Einsatzkräfte zunächst wegen einer gemeldeten Verrauchung im Kellerbereich eines Sechsparteienhauses alarmiert worden.

Beim Eintreffen bestätigte sich zwar die Rauchentwicklung im Gebäude, der Brandherd lag jedoch nicht im Keller. Während der Erkundung stellte die Feuerwehr fest, dass sich das Feuer in einer Einliegerwohnung im Erdgeschoss ausgebreitet hatte.

„Im Einsatzverlauf nach Erkundung stellte sich heraus, dass es auch eine Verrauchung in einer Einliegerwohnung gibt. Im Erdgeschoss haben wir dort dann einen Zimmerbrand aufgefunden“, schilderte Aljoscha Otten, Pressesprecher der Feuerwehr Stadt Lingen.

Feuerwehr verschafft sich Zugang zur Wohnung

Da zunächst kein Bewohner erreichbar war, mussten sich die Einsatzkräfte gewaltsam Zutritt zur betroffenen Wohnung verschaffen. Im Inneren brannte Mobiliar. Feuerwehrkräfte gingen unter Atemschutz vor und konnten die Flammen zügig unter Kontrolle bringen.

Im Anschluss begannen Nachlöscharbeiten sowie umfangreiche Kontrollen, um weitere Brandherde oder versteckte Glutnester auszuschließen.

Vermisste Personen sorgen kurzzeitig für zusätzliche Anspannung

Während des Einsatzes bestand zwischenzeitlich die Sorge, dass sich noch Personen im Gebäude befinden könnten. Zwei Menschen galten zunächst als vermisst. Wenig später konnte jedoch Entwarnung gegeben werden.

„Kurzzeitig waren zwei Personen vermisst. Dieses hat sich zum Glück nicht bestätigt“, erklärte Otten.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden alle Bewohner angetroffen. Verletzt wurde niemand.

Zwei Bewohner können nicht in ihre Wohnungen zurück

Die vom Feuer betroffene Einliegerwohnung wurde durch Rauch und Hitze erheblich beschädigt und ist derzeit nicht bewohnbar. Zwei Bewohner mussten daher nach dem Einsatz anderweitig untergebracht werden. Die Unterbringung wurde noch in der Nacht gemeinsam mit Polizei und Stadt Lingen organisiert.

Für die übrigen Bewohner bestand nach Abschluss des Feuerwehreinsatzes keine akute Gefahr mehr.

43 Einsatzkräfte im Einsatz

An der Einsatzstelle waren insgesamt 43 Feuerwehrkräfte mit neun Fahrzeugen der Feuerwehren aus Lingen, Holthausen und Baccum im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Polizei und Rettungsdienst.

Die zunächst unklare Lage im Gebäude machte eine intensive Erkundung erforderlich. Erst nach dem Absuchen mehrerer Bereiche konnte der Brand eindeutig lokalisiert werden.

„Aufgrund der Lage, dass das Feuer nicht direkt lokalisiert werden konnte und großflächige Erkundungsmaßnahmen unter Atemschutz stattfinden mussten, ist man hier mit einem erhöhten Kräfteansatz rangegangen“, sagte Otten.

Ursache des Feuers noch unklar

Nach dem Ablöschen kontrollierten die Einsatzkräfte den betroffenen Bereich weiter mit Blick auf mögliche Restwärme und versteckte Glutnester. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in den späten Abend an.

Wie es zu dem Brand in der Einliegerwohnung kommen konnte, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Trotz der starken Rauchentwicklung und der zunächst angespannten Lage wurde bei dem Einsatz niemand verletzt. Für zwei Bewohner endete die Nacht jedoch außerhalb ihrer Wohnungen.