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WTD 91 – Schießversuche nur bei bestem Brandschutz

Das Testen von Waffen und Munition ist für die Bundeswehr dringend not-wendig, aber es ist ein im wahrsten Wortsinne brandgefährliches Geschäft. Nach dem Moorbrand 2018 hat die Bundeswehr aus den Geschehnissen für den Betrieb an der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 gelernt und umfangreiche Konsequenzen gezogen.

In den vergangenen Monaten wurden in Sachen Brandschutz die Vorausset-zungen geschaffen, um den Schieß- und Erprobungsbetreib wieder ausdeh-nen zu können. Wichtigste Messlatte ist dabei stets die Waldbrandgefah-renstufe. Einfach formuliert: Ist es zu trocken, wird nicht geschossen.
Doch auch wenn das Wetter die Tests erlaubt, gibt es seit dem 27. April 2020 zusätzliche und sehr umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an der WTD 91. Dazu gehören unter anderem ein optimiertes Wegenetz, ein neu angelegter Löschwasserteich und zusätzliche Löschtechnik, die potenziell auch für Brände außerhalb des Übungsgeländes zur Verfügung stünde, wenn sie dort gebraucht wird. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um eine weitere Fläche für Erprobungen zu nutzen.

Das Gebiet, das nunmehr einbezogen werden könnte, liegt nördlich des be-reits genutzten Gebietes der sogenannten Phase 4.1, fernab des Moores (siehe violette Schraffierung auf beiliegender Karte). Mit der nächsten Phase 4.2 kann die WTD 91 dringend notwendige Schieß- und Erprobungsvorha-ben, beispielsweise im Bereich Munition, umsetzen, sobald die Gesamtlage die Durchführung zulässt. Diese Tests dienen dazu, den Schutz unserer Sol-datinnen und Soldaten im Einsatz bestmöglich sicherzustellen.

Schieß- und Sprengvorhaben werden im Vorfeld stets eingehend geprüft und es wird sichergestellt, dass dem Brandschutz zu jeder Zeit umfassend Rechnung getragen wird. Ein Versuch findet nur dann statt, wenn die allge-meine Gefährdungslage die Durchführung zulässt und die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten sowie der Anwohner gewährleistet sind – dies entspricht den grundlegenden Regularien der WTD 91.
Hintergrund:

Für die Wiederaufnahme des Schieß- und Erprobungsbetriebes der Wehr-technischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wurde nach dem Moorbrand im Sommer/Herbst 2018 ein Konzept aus fünf aufeinander aufbauenden Phasen erarbeitet:

  • Phase 1: Laborbetrieb
  • Phase 2: Schießen in geschlossenen und gedeckten Stellungen
  • Phase 3: Schießen mit Zielflächen außerhalb der Flächen mit erhöh-tem Brandrisiko im Kernbereich der WTD 91
  • Phase 4: Schießen mit Zielflächen außerhalb der Flächen mit erhöh-tem Brandrisiko und außerhalb des Kernbereichs der WTD 91
  • Phase 5: Uneingeschränkte Nutzung der WTD 91, einschließlich der Moorgebiete

Das Konzept wurde im so genannten Moorbrandbericht dargestellt, der Ende Januar 2019 durch das Bundesministerium der Verteidigung dem Par-lament und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde. Alle fünf Pha-sen berücksichtigen die Gewährleistung des vorbeugenden und abwehren-den Brandschutzes an der WTD 91.

Die Phase 1 wurde am 26. November 2018 eröffnet. Phasen 2 und 3 folgten am 27. Februar 2019. Mit dem Eintritt in die Phasen 2 und 3 konnten bei-spielsweise Erprobungen an Schießständen mit Kleinkaliber für ein neu zu beschaffendes Sturmgewehr wieder stattfinden. In der Phase 4.1 wurden seit Mitte 2019 erste Versuche mit großkalibriger Munition, aber auch für den Schutz von Fahrzeugen durchgeführt. Mit der Freigabe der Phase 4.2 könnte der Betrieb nunmehr auf den nördlichen Bereich ausgeweitet wer-den.

Weitere Informationen finden Sie auf bundeswehr.de.

WTD 91 - Schießversuche nur bei bestem Brandschutz
WTD 91 – Schießversuche nur bei bestem Brandschutz

Text und Foto: Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundes-wehr (BAAINBw)