Forschungsprojekt mit Roboter „Nao“ – Projekt des E-Heath-Sektors soll im Emsland Test durchlaufen

Meppen. Physiotherapie mit einem Robotercoach? Wer das liest, denkt zunächst an Science Fiction-Szenarien in ferner Zukunft und nicht an Senioreneinrichtungen im Hier und Jetzt.

Jana Tessmer von der Jade Hochschule, Oldenburg, stellt im Workshop Roboter „Nao“ vor. (Foto: Landkreis Emsland)
Jana Tessmer von der Jade Hochschule, Oldenburg, stellt im Workshop Roboter „Nao“ vor. (Foto: Landkreis Emsland)

In einem Workshop in Meppen mit emsländischen Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern stellte die Jade Hochschule in Oldenburg ihren Projektbaustein „AGILE“ mit dem Roboter „Nao“ vor. Dieser soll zukünftig nach Vorstellung der Forscher unterstützend im Pflege- und Seniorenbereich eingesetzt werden. Aber bis dahin muss er noch eine Entwicklungs- und Testphase durchlaufen.

Für das von INTERREG geförderte Projekt „Vitale Regionen“ wurden Teilnehmer gesucht, die im Rahmen einer Forschungsgruppe über eine dreiwöchige Testphase Erfahrungen im Bereich physiotherapeutische Behandlungen sammeln möchten. Dazu fand ein erster Workshop im Kreishaus statt. „Eigeninitiative und Selbsthilfe sind gefragt. Es ist eine Herausforderung, für ältere Einwohner ein Lebensumfeld zu schaffen, in dem sie lange selbstständig leben können. Technologische Innovationen spielen dabei eine zentrale Rolle“, sagt Landrat Reinhard Winter.

Unter dem Titel „Bewegungsübungen mit Robotercoach“ stellte Jana Tessmer von der Jade Hochschule, Oldenburg, den Prototyp eines robotischen Helfers vor. An dieser ersten Runde nahmen sozusagen als „Zukunftsforscher“ das Deutsche Rote Kreuz Meppen, das Stephanushaus Lingen, die MediClin Hedon-Klinik Lingen, das Ludmillenstift Meppen und der Demografiebeauftragte des Landkreises Emsland dabei. Die Experten aus den Bereichen der Physio- und Egotherapie sowie Pflege sollen in den kommenden Wochen bewerten, inwieweit sich „Nao“ in die alltägliche Arbeit einbeziehen lässt. Mit dieser Studie wollen die Entwickler um das Team der Jade Hochschule feststellen, ob der bisher entwickelte Prototyp den Ansprüchen der Anwender entspricht und ihn gegebenenfalls durch die Mitwirkung der Experten weiterentwickeln und nutzerfreundlicher gestalten. Nach Ende der EU-Projektlaufzeit 2020 soll dann ein unterstützendes Assistenzsystem eingesetzt werden.

Jana Tessmer von der Jade Hochschule, Oldenburg (3. v. r.), mit dem „Forscherteam“ vom DRK Meppen, Ludmillenstift Meppen, MediClin Hedon-Klinik Lingen und dem Stephanushaus Lingen. (Foto: Landkreis Emsland)
Jana Tessmer von der Jade Hochschule, Oldenburg (3. v. r.), mit dem „Forscherteam“ vom DRK Meppen, Ludmillenstift Meppen, MediClin Hedon-Klinik Lingen und dem Stephanushaus Lingen. (Foto: Landkreis Emsland)

Am Gesamtprojekt „Vitale Regionen“ sind zwölf Unternehmen und vier Hochschulen aus der Grenzregion des Nordwesten Deutschlands und der nördlichen Niederlande beteiligt. Darunter das Institut für Technische Assistenzsysteme der Jade Hochschule, Odenburg, das im Bereich Serios Gaming tätig ist. Der Forschungsschwerpunkt des Instituts liegt auf Unterstützungstechnologien, die das Leben leichter machen. Deshalb wurde an der Jade Hochschule ein Therapieassistent mit Hilfe des Roboters „Nao“ der Firma Softbank konzipiert, welcher intuitiv bedient werden kann. Der Therapieassistent soll Therapeuten und betreuende Personen dabei unterstützen, Patienten und von Bewegungseinschränkungen Betroffene zu motivieren, (Reha-)Übungen durchzuführen, um mobil zu bleiben. Er soll Bewegungseinheiten vorführen, nachahmen und die Qualität der ausgeübten Bewegungen zurückmelden können.

Text und Foto: Landkreis Emsland