Gesichtsvisiere aus dem 3D Drucker und das kostenlos

Gesichtsvisiere aus dem 3D Drucker anstelle von Masken? Ja, wir mussten auch zweimal hinsehen um zu erkennen, was hier los ist. Dann setzten wir uns mit den „Machern“ in Verbindung und haben erfahren, dass es mal etwas völlig anderes ist. Zudem verdienen die Hersteller kein Geld damit, sondern geben die Gesichtsvisiere kostenfrei an bestimmte Personengruppen ab. Doch wer sind diese „Macher“ und was ist das genau mit den Gesichtsvisieren? Hier alle Informationen.

Wer sind wir?
Als Ende März die ersten Gesichtsvisiere gedruckt und zusammen gebaut wurden, war niemandem bewusst, welcher Bedarf sich im Laufe der Zeit entwickeln würde. Aufgrund einer einfachen Nachfrage, ob jemand mit einem 3DDrucker, Formteile drucken kann, startete eine unvergleichbare Produktion. Nachdem wir im lokalen Umfeld den Bedarf ermittelt hatten, stellten wir schnell fest, innerhalb weniger Stunden, dass in dieser Corona Krise nur ein Zusammenschluss von vielen Machern das Problem mit der Versorgung der Gesichtsvisiere lösen könnten.

Schnell schlossen sich René Westphal aus Rieste (LK Osnabrück) und Matze Lauinger aus Meppen (LK Emsland) zusammen. Durch erste Aufrufe wurde nicht nur weiterer Bedarf an Visieren generiert, sondern schnell schlossen sich weitere Maker der wachsenden Gruppe an. René koordinierte die Anfragen nach Viseren und die Produktion im Kreis Osnabrück und Matze die Nachfrage und Produktion im Emsland. Schnell wuchs aber die Nachfrage nach den Gesichtsvisieren und durch intensive Suche nach weiteren Mitstreitern in diversen Internet Foren und Sozialen Netzwerken wuchs die Gemeinde der Produzenten der fertigen Visiere und gedruckten Formteile auf über 65 Maker.

Dabei versorgt die Gemeinschaft zur Zeit ein Gebiet von 5500km², von Glandorf nach Papenburg, von Emlichheim nach Damme. Beliefert wurden bis jetzt Zahnärzte, Hausärzte, Gynäkologen, Dermatologen, Podologen, Polizeidienststellen, Rettungsdienste, Ambulante Pflegedienste, Essen auf Rädern Einrichtungen, Altenheime, Krankenhäuser, Krisenstäbe, Katastrophendienste, Bestatter und viele viele mehr. Insgesamt wurden, stand heute, innerhalb von 4 Wochen ca. 6000 Masken durch die Ehrenamtlichen verteilt.

Die meisten Anfragen von Personen im Gesundeitssystem werden innerhalb von 24 Std.bearbeitet, nachdem sie per sozialen Netzwerke (zb. Facebook), telefonisch oder über die Webseiten www.Emslandgegen-Corona.de oder www.Osnabrück-gegen-corona.de eingegangen sind.

Die Erstellung und Bereitstellung des Internetauftrittes erfolgt durch unseren IT-Beauftragten Ansgar Kappen, der das Anforderungsformular und die System seitige Verwaltung entwickelt hat. Dieses hat, bei der großen Nachfrage, die Verteilung der Gesichtsvisiere und Dokumentation enorm vereinfacht.

Und diese Gesichtsvisiere sind für Personen im Gesundheitssystem kostenlos! Für die Abnehmer fallen keine Kosten, Gebühren oder andere Verpflichtungen an. Die Produktion erfolgt durch die privaten Mittel der Maker. Spenden, die uns trotzdem erreichen, werden in Form von Material für die 3d-Drucker und Folien an die einzelnen Produzenten gerecht aufgeteilt.

Um die Versorgung der Nutzer sicher zu stellen, liefern wir die Masken fast 24 Stunden am Tag aus, Just in Time, wenn sie benötigt werden. Selbst die Lieferung der Masken stellt uns nicht vor Probleme, da es einige ehrenamtliche Fahrer gibt, die die Übergabe sicherstellen. Mittlerweile unterstützt uns auch Oliver Kunz aus Osnabrück bei der Koordination zwischen den Makern und Ausliefern und kümmert sich so darum, dass immer genügend Gesichtsvisiere zur Verfügung stehen.

Anfragen aus dem gewerblichen Bereich, wie Friseure, Kosmetiker, Lehrer oder andere Amtspersonen können wir aber leider nicht bedienen und verweisen hier auf die gewerblichen Anbieter der Masken, aber immer mit dem Zeigefinger, die Preise der Visiere zu vergleichen, hier gibt es viele schwarze Schafe, die sich eine goldene Nase verdienen möchten mit der Produktion der Visiere.

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