Erfolgreicher Start „Kommunale Gesundheit“ im Rathaus – Papenburg als Kommune in Pilotprojekt

Papenburg. Rund 60 Gäste waren am Dienstagabend in den neuen Sitzungssaal des Rathauses gekommen. Eingeladen hatte die Stadtverwaltung zu einer sogenannten „Kick-Off-Veranstaltung“ mit dem Namen „Kommunale Gesundheit in Papenburg“. Die Besucher waren überwiegend Vertreter von Betrieben, Vereinen und Verbänden aus der Stadt, die sich mit den Themen Gesundheit und Prävention beschäftigen. „Es soll heute Abend um einen gesamtheitlichen Blick auf das Thema Gesundheit gehen. Denn die Gesundheit des Menschen spielt sich nicht nur in einem Büro, in einem Sportverein oder zuhause ab“, erklärte Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft bei seiner Begrüßung. Vielmehr müsse es darum gehen, die unterschiedlichen Bereiche wie die Arbeitswelt, das Vereinsleben, Schulen und Kindergärten oder auch den Individualsport miteinander zu verbinden.

Rund 60 Besucher konnte Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft am Dienstagabend im neuen Sitzungssaal bei der Auftaktveranstaltung mit dem Thema „Kommunale Gesundheit“ begrüßen. Foto: Stadt Papenburg
Rund 60 Besucher konnte Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft am Dienstagabend im neuen Sitzungssaal bei der Auftaktveranstaltung mit dem Thema „Kommunale Gesundheit“ begrüßen. Foto: Stadt Papenburg

„Oft finden bei Arbeitgebern oder in Vereinen tolle Angebote für die Gesunderhaltung und Prävention statt, von denen aber kaum jemand etwas weiß. Wir wollen nicht nur gemeinsam das Wissen austauschen, sondern auch Kontakte zur Zusammenarbeit herstellen“, sagte Prof. Dr. Mathias Bellinghausen am Abend. Er lehrt an der Fachhochschule für angewandtes Management und leitet zudem das Projekt „Kommunale Gesundheit“ Deutschlandweit. Papenburg ist nun eine der ersten Kommunen, die sich an diesem Projekt beteiligen. Projektträger ist die Gesellschaft für Prävention. In seinem Impulsvortrag „Prävention kompakt: Von Gesetzen, Lebenswelten und Stolperfallen“ ging es dann auch um die klassischen Hürden, die einer Vernetzung von Gesundheits- und Präventionsangeboten im Wege stehen.

Um auch praktische Ergebnisse an diesem Abend zu produzieren gab es nach der Einführung in das Thema noch einen halbstündigen Workshop, in dem die Vertreter der unterschiedlichen Bereiche sich über ihre Probleme bei den Themen Gesundheit und Prävention austauschten. Die Workshop-Gruppe Bildung und Vereine wurde dabei von Birgit Lelonek geleitet. Die Leiterin des Fachbereichs Soziales/Schule/Jugend/Sport bei der Stadt Papenburg hat dabei viele wichtige Informationen von den Teilnehmern erhalten. „Wir haben vor allem auch darüber gesprochen, wo der Schuh drückt. Bei den Bildungsträgern und Vereinen gibt es viele Gesundheitsangebote, die immer nur zeitlich befristet finanziert sind, zum Beispiel in Form von Projekten.“ Das sei für die Schulen, Kindergärten und Vereine dann stets ein großer Aufwand für eine Folgefinanzierung zu sorgen. Hier könnten dann die Kommunalpolitik oder die Betriebe vor Ort ins Spiel kommen. „Wenn davon zum Beispiel auch ein Unternehmen profitiert, warum soll es sich nicht bei einem Gesundheits- oder Präventionsprojekt einsetzen und das Angebot so dauerhaft sichern?“, fragt Lelonek.

Solche und andere Fragestellungen wurden dann in kurzer Zeit zum Ende der Veranstaltung hin angesprochen. Deutlich wurde dabei, dass es noch viel Gesprächsbedarf und auch Interesse bei den Teilnehmern gibt. „Wir haben durchweg positive Rückmeldungen zu dem Projekt erhalten“, sagte Bürgermeister Bechtluft nach der Veranstaltung. Weiter gehen soll es nun mit einer großen Gesundheitsmesse in Bonn im Mai. Zudem soll die Stadt Papenburg an der umfassenden Erhebung von Gesundheitsdaten mitwirken. „Die Kommune ist das beste Setting, um gemeinsam mehr für Gesundheit und Prävention zu tun. Und am besten gelingt das im gemeinsamen Netzwerk“, sagte Prof. Dr. Bellinghausen zum Abschluss der Veranstaltung.

Ein Interview mit Birgit Lelonek sehen Sie hier: