„Haschisch-Joint ist keine Jugendsünde“ – Expertenkreis in Haren (Ems) stärkt Drogenprävention

Haren. Der Präventionsrat der Stadt Haren (Ems) hat sich in seiner letzten Sitzung mit dem Drogenkonsum bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden beschäftigt. Polizeihauptkommissar Thomas Hamm warnte in diesem Zusammenhang vor den gesundheitlichen Risiken und den Folgen eines Ermittlungsverfahrens. „Ein Haschisch-Joint ist nicht nur eine Jugendsünde“, appelliert Hamm besonders an die Eltern.

Einleitend stellte der Leiter der Polizeistation Haren (Ems) die Kinder- und Jugendkriminalität 2018 vor. Die absoluten Zahlen seien stabil, die Veränderungen in den einzelnen Deliktsbereichen aber auffällig, so Hamm. Eine deutliche Zunahme gäbe es beim Missbrauch von sozialen Medien, über die bloßstellende und beleidigende Nachrichten und Bilder versendet würden. Hamm: “Das Internet vergisst nie – spätestens beim Vorstellungsgespräch konfrontieren Personalchefs die Bewerber mit Bildern und Chats!“ Hier seien die Eltern gefordert, ihre Kinder beim Medienkonsum aufzuklären und zu begleiten.

Polizeihauptkommissar Thomas Hamm (sitzend links) und Erster Stadtrat Dieter Sturm (rechts) stellten dem Präventionsrat Drogen-Asservate des Landeskriminalamtes vor. Foto: Stadt Haren
Polizeihauptkommissar Thomas Hamm (sitzend links) und Erster Stadtrat Dieter Sturm (rechts) stellten dem Präventionsrat Drogen-Asservate des Landeskriminalamtes vor. Foto: Stadt Haren

Eine Zunahme sei auch bei den Rauschgiftverstößen feststellbar. Hier seien 2018 in Haren (Ems) insgesamt 144 Taten aktenkundig geworden, darunter fünf mit Tatverdächtigen unter 16 Jahren. Thomas Hamm präsentierte den Mitgliedern des Präventionsrates den „Drogenkoffer“ des Landeskriminalamtes mit Proben unterschiedlicher Drogenarten und Verarbeitungsvarianten. Er betonte, dass bereits Cannabis und Marihuana über unterschiedliche Testverfahren bis zu zwölf Monate nachweisbar seien. Der Besitz werde mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, der Handel mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft.

Bei geringfügigen erstmaligen Verstößen zum Eigengebrauch stehe es im Ermessen der Staatsanwaltschaft, das Verfahren einzustellen. Der Handel mit Drogen sei davon jedoch gänzlich ausgeschlossen. Zudem drohten weitreichende Konsequenzen: Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren werde das Jugendamt informiert. Es erfolge in allen Fällen eine Nachricht an die Führerscheinstelle, die sich negativ auf bestehende und geplante Fahrerlaubnisse auswirken könne. So habe die Behörde das Recht, ein Drogenscreening und eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung zu veranlassen. Alle Maßnahmen seien für den Konsumenten kostenpflichtig und zeitaufwendig.

Vermehrt seien auch in Haren (Ems) Kokain, Crack und Heroin sowie synthetische Drogen wie Chrystal Meth im Umlauf, ohne dass bestimmte Plätze oder Personen auffällig seien. Starke Abhängigkeiten und eine zunehmende Beschaffungskriminalität seien die unabwendbaren Folgen. Ziel des Präventionsrates sei es, die Kinder und Jugendlichen zu stärken, um sie vor dem Drogenkonsum zu bewahren, fasste Erster Stadtrat Dieter Sturm die Diskussion zusammen. Helfen soll dabei die neue Bonuskarte, die der Präventionsrat entwickelte hatte und nun als Anreiz für eine frühzeitige und nachhaltige Prävention in den Kindertagesstätten und Grundschulen verteilt werde.

Text und Foto: Stadt Haren