Eissporthalle Nordhorn: Fred Ledlin möchte die Eissporthalle Nordhorn kaufen

Nordhorn. Nach unserem gestrigen Bericht über einen Privatinvestor für die Eissporthalle in Nordhorn bleiben natürlich viele Fragen offen. Wer ist dieser „ominöse Käufer“ (Zitat aus einem Facebook Post) und auch „wie soll das alles überhaupt gehen“ waren nur einige der vielen Kommentare. Am heutigen Montagvormittag hatten wir die Möglichkeit, ausführlich mit dem möglichen Privatinvestor Fred Ledlin exklusiv ein Interview zu führen. Herr Ledlin gab uns gleich am Anfang die Information, dass wir auch seinen Namen veröffentlichen dürfen. Am gestrigen Tag war es noch so, dass er als anonymer Privatinvestor auftreten wollte. Doch in den letzten 24 Stunden gab es immer wieder verschiedene Anfragen und auch Gerüchte. Fred Ledlin ist allerdings ein Fan der offen Worte und steht zu dem, was er vor hat: Ja, er möchte die Eissporthalle kaufen und renovieren. Doch wer ist Fred Ledlin? Eine kurze Biografie haben wir für alle Interessierten am Ende des Interviews zusammen gestellt.

Hier nun das Interview mit Fred Ledlin:

Erst einmal einen angenehmen Montagvormittag. Ich freue mich, dass Sie Zeit für uns haben. Einen plötzlich auftauchenden privaten Investor für die Eissporthalle zu präsentieren ist für viele absolut unerwartet. Zudem, wenn jemand anonym bleiben möchte. Warum möchten Sie im Moment noch anonym bleiben?

Am Anfang wollte ich anonym bleiben, um auch in Ruhe alles mit organisieren zu können. Doch es kamen immer mehr Anrufe und Gerüchte auf, sodass ich hier natürlich sagen kann: Mein Name ist Fred Ledlin und ich bin ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler

Viele fragen sich, wie sind sie auf die Eissporthalle in Nordhorn aufmerksam geworden?

Vor ca. vier Jahren war ich einmal in Nordhorn und war schon damals begeistert von der Halle. Damals haben wir ein Spiel gesehen mit über 3000 Zuschauern. Jetzt war es ein Zufall, dass ich auf Nordhorn aufmerksam geworden bin. Ein Eishockey Spieler hat bei mir ein Probetraining absolviert. Er hat Bekannte in Nordhorn und wir kamen auf Nordhorn zu sprechen. Dabei sagte er „Schade, dass die Eissporthalle zu ist!“. Irgendwas soll dort mit dem Dach gewesen sein. Über NordNews habe ich dann von dem Bürgerentscheid erfahren und auch das ganze „drumherum“. Mir war sofort klar, dass ich da irgendwie helfen möchte. Die Eissporthalle Nordhorn hat einen hervorragenden Standort. Das Schwimmbad ist in der Nähe, die Niederlande sind in der Nähe und dort kann man hervorragend weitere Leute „Aufs Eis“ bringen. Denn der Eissport erfährt gerade im Moment wieder einen gewaltigen Schub nach vorne. Das Eis sollte auch hier ein sicherer Ort sein. Zudem kann man natürlich mit dieser Halle auch wieder Oberliga Spiele nach Nordhorn bringen. Man könnte auch Hockey Camps organisieren und einen sicheren Ort für Kinder schaffen.

Haben Sie die Eissporthalle schon besichtigt?

Nein, ich war 2018 oder 2019 das letzte Mal dort. Aber mittlerweile kenne ich das Gutachten von Lindschulte und bin zudem mit anderen Bauunternehmen in guten Kontakt, sodass ich mir ein gutes Bild der Halle jetzt schon machen kann.

Sind Sie sich denn sicher, dass eine Renovierung auch möglich ist und auch finanziell leistbar?

Ich werde mir in der nächsten Woche voraussichtlich die Halle einmal genau ansehen. Ich habe mich auch ausführlich mit den Gutachten beschäftigt. Wenn das Fundament noch okay ist, warum sollte man dann eine funktionierende Halle abreißen und neu machen? In einem ersten Schritt könnte man die Lüftungsanlage neu machen und auch das Dach erneuern. Das wäre dann Phase I. Wichtig ist, dass die Leute wieder aufs Eis können. Danach kann man nach und nach mit der Renovierung weitermachen. Wie man das dann in welcher Reihenfolge macht, muss dann noch festgelegt werden. Aber man muss erst einmal die großen Dinge wie das Dach und die Lüftung machen. Dann kann man weiter sehen.

Haben sie schon Kontakt zum Landkreis aufgenommen?

Ja, Kontakt zum Landkreis besteht schon. Dieser wurde unter anderem in der letzten Woche hergestellt. Dort wurde auch dem Landkreis mitgeteilt, dass es einen Privatinvestor gibt. Erst ist man auf generelle Ablehnung gestoßen, doch bei einem zweiten Telefonat wurde durch den Landkreis deutlich gemacht, dass man es sich vonseiten des Landkreises durchaus vorstellen kann. Ich meine, man hat Wort wörtlich gesagt: „Wir sind bereit!“.

Zur finanziellen Situation: welchen Betrag streben sie an auszugeben?

Ich habe natürlich nicht unbegrenzt Geld. Aber als eine logische Summe erscheinen mir im Moment 1,5 Millionen Euro. Für die Renovierung müssen dann natürlich weitere Gelder ausgegeben werden. Mir ist klar, dass es sich hier um insgesamt mehrere Millionen Euro handeln wird. Mir ist nur wichtig, dass es auch hier nicht um irgendwelche politischen Interessen gehen darf. Wichtig ist doch, dass der Staat (also der Landkreis) und auch der Steuerzahler mit dieser Lösung enorme Summen an Geld spart. Nach und nach müssen nun Angebote zu der Sanierung eingeholt werden. Wenn der Landkreis uns zusätzlich noch Zuschüsse geben würde, für sagen wir mal fünf Jahre, dann ist doch alles gut. Dann hätten wir für die nächsten 45-50 Jahre eine sanierte Halle und alle können wieder das, was immer gefordert wird: „Aufs Eis!“.

Sind das schon im Vorfeld festgelegte Bedingungen, die Sie haben oder sind sie da kompromissbereit?

Beide Seiten sollten, nein müssen natürlich auch kompromissbereit sein. Somit bin ich das natürlich auch. Ich möchte den Grafschafterinnen und Grafschaftern ihre Eissporthalle in Nordhorn wieder so herrichten, dass alle so schnell wie möglich wieder trainieren können. Denn das ist es, was die Menschen möchten.

Wann denken Sie, könnte der Hallenbetrieb wieder weiter gehen, wenn alles so läuft, wie sie es planen?

Anfang der Eishockeysaison 2024 ist ein Zeitpunkt. Natürlich müssen auch die Baufirmen noch mitspielen.

Aber bei den Baumaßnahmen möchten sie auch z. B. Solarenergie umbauen oder auch Erdwärme – wird das so weiter klappen oder was haben sie sonst noch vor?

Natürlich sind Solaranlagen und einiges anderes geplant. Z. B. könnte man ca. 100 Solar Platten auf dem neuen Hallendach installieren. Schon diese Installation hätte den Effekt, dass man die Halle fast autonom betreiben könnte. Aber das sind natürlich alles erst Planungen.

Schlusswort aus Ihrer Sicht – möchten Sie noch etwas sagen?

Ich hoffe, dass der Landkreis dem Projekt zustimmt und somit wieder eine funktionierende Eissporthalle in Nordhorn ist. Dieses sollte aber nicht durch irgendwelche politischen Dinge boykottiert oder verlangsamt oder gar verhindert werden. Die Bürgerinnen und Bürger aus der Grafschaft Bentheim haben eindeutig gezeigt, dass sie wieder Eissport in der Grafschaft Bentheim haben wollen. Und ich kann nur sagen, dass ich dieses unterstützen werde. Ich sage dazu nur: „Ich stehe bereit!“

Vielen Dank für dieses Interview.

Zur Person

Fredseric (Fred) Ledlin ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler. Fred wurde am 27. April 1963 geboren und lebt in der Nähe von München. 1987 spielte er in der zweiten Deutschen Bundesliga. In der Saison 1989/1990 spielte er in der 1. Bundesliga beim EC Hedos in München. 1992 wechselte er zum EHC Freiburg. Danach wechselte er noch einige Male die Vereine, bis er dann im Alter von 38 Jahren seine aktive Spielzeit beendete.

Er ist dem Eissport aber immer treu geblieben und wechselte im Juli 2022 als Coach des Füssener DNL-Teams. Weitere Informationen auch unter https://de.wikipedia.org/wiki/Frederick_Ledlin