Esther Graf warnt vor den „Red Flags“

Deutsche Popmusik, findet Esther Graf, traut sich zu wenig – und mit ihren bisherigen Veröffentlichungen hat die 23-jährige Österreicherin mit Wurzeln in Kärnten schon einen ersten Vorgeschmack darauf geliefert, wie es auch anders geht. Seien es Solo-Singles wie dem innerhalb kürzester Zeit Millionenfach geklickten „Geldautomat“ und „Wasted“. Gerade hat Esther Graf gemeinsam mit FiNCH außerdem dem Song „Bum Bum Eis“ veröffentlicht und hat erneut mit Olexesh für dessen nächstes Album „Ufos überm Block“ am Song „Weck mich auf“ zusammengearbeitet.

Und nach dem Hit „Mit dir schlafen“ an der Seite von Alligatoah war Esther gerade als Support auf dessen „Akkordarbeit“-Picknick-Tour dabei. Die Newcomerin bewegt sich leichtfüßig an der Schnittstelle zwischen Musik und Fashion. Edgy und trotzdem empowernd, selbstbewusst und dennoch mit Stil, kreativ und künstlerisch und trotzdem die Hooks zum Mitsingen. Als Songwriterin für andere, aber eben auch für sich selbst.

Und auf „Red Flags“, der neuen Single von Esther Graf, kommt all das perfekt zusammen. Irgendwo zwischen dem energiegeladenen Pop-Punk einer Avril Lavigne und den ganz großen Break-Up-Hymnen einer Taylor Swift, zwischen „Skaterboy“ und „Shake It Off“, ist „Red Flags“ eine rockig-rotzige Abrechnung mit dem Ex. „Ich habe den Song in einer Zeit geschrieben, in der ich mich aus einer sehr intensiven und toxischen Beziehung befreit habe“, erzählt Esther Graf.

Aber daraus eine liedgewordene Rachefantasie werden lassen, bei der die neue Partnerin vom Ex schlechter wegkommt als der bisherige Partner selbst? Das wäre dann doch zu einfach. Denn Esther Graf hat keine Lust, in ihrer Kunst die ewig gleichen Klischees zu reproduzieren. „Mir war es wichtig, dass mit dem Song kein Hass auf die andere Frau transportiert wird“, erzählt Esther. „Denn die Schuld liegt ja immer noch bei ihm. Schließlich hat er sich blöd verhalten.“

Also tapeziert Esther Graf jeden Raum des ehemaligen Traumschlosses mit Red Flags, bis ein für alle Mal klar ist, dass dieser Typ garantiert keinen Platz mehr in ihrem Leben haben wird. „Jedes Wort nur ein Tropfen auf heißem Stein / denn du musst erstmal lernen, was Liebe heißt!“, singt Esther und transformiert all die negativen Gefühle zwischen Wut und Schmerz in eine positive Hymne für alle Frauen, denen es schon mal ganz ähnlich ergangen ist. Damit startet eine neue Ära bei Esther – mit „Red Flags“ startet sie, ihre Break-Up Journey aufzuarbeiten, die Anfang 2022 in einer gleichnamigen EP münden wird.

„Ich finde es wichtig, dass auch Songs, die davon handeln, dass ich verletzt worden bin, einen empowernden Twist haben. Zum einen für mich, weil ich jetzt weiß, was die Red Flags sind und mir klar ist, auf welche Zeichen ich achten muss, damit mir so etwas nicht noch mal passiert. Zum anderen auch für alle anderen Frauen da draußen, die mit dieser Hymne für genau solchen Typen gewarnt werden sollen.“