Faires Frühstück rückt mexikanische Silberschmiede in den Fokus – Organisatoren setzen Bekenntnis zum Fairen Handel

Lingen. Spannende Einblicke in die Herstellung von mexikanischem Silberschmuck bot das 6. Faire Frühstück in Lingen. Rund 90 Gäste waren der Einladung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), des Weltladens Lingen, der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden sowie der Stadt Lingen ins Panorama-Restaurant der Emslandhallen gefolgt. Neben kulinarischen Genüssen stand dieses Mal das Thema Kunsthandwerk im Fokus. Melly Baumann stellte das Unternehmen „pakilia“ vor, das seit knapp zehn Jahren fair gehandelten Silberschmuck aus der mexikanischen Stadt Taxco nach Deutschland bringt. „Wir kaufen den Schmuck bei 20 Kunsthandwerksfamilien direkt vor Ort ein. Damit ermöglichen wir ihnen ein geregeltes Einkommen, Planungssicherheit und eine Zukunftsperspektive“, erklärte Baumann, die bei dem Unternehmen für den Vertrieb zuständig ist. Sie betonte: „Wir sind die Experten im Vertrieb, die Silberschmiede sind die Experten im Kunsthandwerk. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und lernen voneinander. Es ist viel mehr als eine reine Handelspartnerschaft. Der Faire Handel wirkt nicht nur finanziell, sondern auch persönlich.“

Melly Baumann stellte beim Fairen Frühstück in Lingen das Unternehmen „pakilia“ vor, das Silberschmuck aus Mexiko nach Deutschland bringt. Foto: Stadt Lingen
Melly Baumann stellte beim Fairen Frühstück in Lingen das Unternehmen „pakilia“ vor, das Silberschmuck aus Mexiko nach Deutschland bringt. Foto: Stadt Lingen

Die fairen Preise, die „pakilia“ zahlt, können die Silberschmiede in fairen Löhnen an ihre Arbeiter weitergeben. Dies sei gerade in der Corona-Pandemie wichtig, machte Baumann deutlich: „In Taxco leben fast alle Familien vom Tourismus oder vom Kunsthandwerk. Corona hat dementsprechend drastische Auswirkungen für die Menschen. Ohne Rücklagen ist es schwierig, eine solche Krise zu überstehen“. Da das Unternehmen „pakilia“ sich für die Kunsthandwerksfamilien verantwortlich fühle, habe es regelmäßige Bestellungen aufrechterhalten und zusätzliche Hilfs- bzw. Bonuszahlungen geleistet.

Der Silberschmuck aus Mexiko wird u.a. auch im Lingener Weltladen angeboten. Einen Überblick über weitere Produkte aus fairem Kunsthandwerk gab Corinna Steinkamp, Bildungsbeauftragte des Lingener Weltladens, beim Fairen Frühstück.

Wie in den vergangenen Jahren auch, erwartete die Gäste zudem ein reich gedecktes Buffet mit ausschließlich fairen, regionalen, saisonalen sowie Bio-Produkten. Käse, Wurst, Gemüse und Brötchen stammten dabei von Produzenten aus der Region, verschiedene Brotaufstriche und Getränke aus Fairem Handel. „Es geht uns aber nicht nur darum, gemeinsam schön zu frühstücken. Wir wollen ein Bekenntnis zum Fairen Handel setzen. Die Menschen sollen von ihrer Arbeit leben können“, machte Maria Niemann, Haupt-Organisatorin des Frühstücks und Sprecherin der Fairtrade-Steuerungsgruppe, deutlich. Zusammen mit Traute Pott (kfd), Uta von Roje (Weltladen Lingen) und Holger Berentzen (Dekanatsreferent) freute sie sich über die große Resonanz, nachdem das Frühstück im vergangenen Jahr Corona-bedingt ausfallen musste. Oberbürgermeister Dieter Krone dankte den Organisatoren und der Fairtrade-Steuerungsgruppe für ihr Engagement, das Thema Fairtrade immer wieder voranzubringen.

Zubereitet und geliefert wurde das Faire Frühstück durch den Integrationsbetrieb „Besser genießen“ des Christophorus-Werkes, der auch das Catering übernahm. Auszubildende des Berufsbildungswerkes im Bereich Hauswirtschaft und der Werkstatt für behinderte Menschen des Christophorus-Werkes übernahmen wieder den Tischservice. Die Blumendekoration gestalteten die BBS Lingen – Agrar und Soziales. Musikalisch begleitete Markus Pohl das Faire Frühstück am E-Piano.

Text und Foto: Stadt Lingen