Lingener Bürgerpreis 2020 ehrt jahrelanges Engagement von Elke Bühner und Joachim Teubner

Lingen. Bereits zum neunten Mal wurde der Lingener Bürgerpreis verliehen. Das Preisgericht entschied sich, dass sich gleich zwei Lingener dieser Auszeichnung verdient gemacht haben: Elke Bühner und Joachim Teubner. Dabei wurden Elke Bühners Engagement in der „Alten Backstube“ und Joachim Teubners Arbeit im Haus der Vereine und der Nothilfe Königsberg hervorgehoben. „So unterschiedlich das Engagement der beiden Preisträger auch ist, eines haben sie gemein: Sie übernehmen Verantwortung, setzen durch ihr Wirken positive Zeichen und geben Hoffnung. Sie machen unsere Stadt stärker, wärmer und lebenswerter“, bedankte sich Oberbürgermeister Dieter Krone im Rahmen der offiziellen Feierstunde.

Elke Bühner ist gelernte Krankenschwester und Arzthelferin und war bis 2001 in der ambulanten Krankenpflege tätig. Seit 2007 engagiert sie sich in der „Alten Backstube“ an der Kreuzkirche in Lingen. Dort ist sie regelmäßig hinter der Theke anzutreffen. Ihr Engagement geht über das Kaffeekochen, Backen von Waffeln und Servieren von Kuchen hinaus: Für alle Besucherinnen und Besuchern hat sie ein offenes Ohr, ein Lächeln und ein offenes Herz. Vor der Corona-Pandemie nahmen rund 100 Gäste pro Woche dieses Angebot dankend an. „Unabhängig vom Ansehen, Kontostand oder Lebenslauf – in der Alten Bäckerei ist einfach jeder willkommen. Daher ist die Alte Backstube vielen Menschen zu einer zweiten Heimat geworden“, führte Dieter Krone in seiner Laudatio aus. Über 14 Jahre hinweg hat sich Elke Bühner als gute Seele des Hauses etabliert. Als Netzwerkerin nutze sie jede Gelegenheit, um ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Arbeit im Treffpunkt selbst oder für kreative Projekte zu gewinnen. So trug sie in den Jahren 2015 und 2016 dazu bei, die „Alte Backstube“ als Institution zu erhalten. „Sie zeigen, dass jeder Einzelne von uns vieles bewirken kann. Sie setzen tagtäglich ein ermutigendes Zeichen für mitmenschliches Verhalten und leisten unbürokratische Hilfe. Sie zeigen uns: Helfen kann so einfach sein“, bedankte sich Dieter Krone. „Ich habe auch ganz viel zurückbekommen. Ich habe noch nie einen solchen Ort der Toleranz und Akzeptanz wie die Backstube erlebt“, so Elke Bühner.

Joachim Teubner war von 1994 bis 1998 Vorsitzender des Tennis Club Gauerbach (TCG) und prägte den TCG nachhaltig. In seiner Zeit als Erster Vorsitzender war er maßgeblich daran beteiligt, die Voraussetzungen für den Bau des Clubhauses zu schaffen. Seit 2006 setzte er sich dafür ein, das frühere Unteroffiziersheim in Reuschberge zu einem Haus der Vereine umzubauen. Dafür gründete er mit anderen Reservisten und Bundeswehrangehörigen die Traditionsgemeinschaft Scharnhorst-Kaserne e. V. 23 Vereinen und rund 4.000 Mitglieder haben nun im Haus der Vereine ihren Platz gefunden. So macht das Haus seinem Namen alle Ehre und sucht weit und breit seinesgleichen. „Deine jahrelange Führungserfahrung und deine große Menschenkenntnis tragen dazu bei, dass das Haus der Vereine aus Reuschberge zu einer Institution Lingens geworden ist“, erklärte Dieter Krone. Darüber hinaus engagiert sich Joachim Teubner seit vielen Jahren in der Nothilfe Königsberg. Durch jährliche Konzerte des Bundeswehr Musikkorps der Luftwaffe aus Münster in der Klosterkirche der Franziskanerinnen in Thuine konnten bereits viele Spenden übergeben und mithilfe des Geldes ein Kinderheim unterstützt werden. „Ehrenamt hat zwei Merkmale: Erstens kostet es viel Zeit und zweitens sollte jeder, der das Ehrenamt mit Geld für sich in Verbindung bringt, sich bitte eine andere Tätigkeit suchen“, erläuterte Preisträger Joachim Teubner. Britta Thomas, eine seiner Töchter, lobte ihn als präsenten Familienmensch, der sich durch sein selbstloses Engagement auszeichnet: „Wir kennen dich nur mit Ehrenämtern. Diese Auszeichnung passt daher gut zu einem Menschen, den ich immer als aktiven Optimisten und warmherzigen Menschen mit großem Verantwortungsgefühl für Familie und die Allgemeinheit empfunden haben.“

Der Lingener Bürgerpreis wird alle drei Jahre im Wechsel mit dem Umwelt- und dem Kulturpreis verliehen. Der Preis ehrt Lingener Bürgerinnern und Bürger, die sich durch außerordentliches ehrenamtliches Engagement auszeichnen. „Bürgerschaftliches Engagement kann nicht verordnet werden; es ist ein freiwilliges, ein selbst gewähltes Wirken. Es findet oft im Stillen statt, umso wichtiger ist es, dieses stille Wirken öffentlich anzuerkennen und wertzuschätzen“, erklärte Dieter Krone bei der Preisverleihung, die Corona-bedingt nicht wie geplant im Dezember 2020 stattfinden konnte.

Text und Foto: Stadt Lingen