LITTLE SIMZ – 101FM

Auf ihrer neuen Single brettert Little Simz über ein Grime-Geschoss die Memory Lane runter. „101FM“ erzählt von ihren frühen Studio-Sessions, dem ersten Joint und Brüdern hinter Gittern. Eine klassische Coming-of-Age-Geschichte aus der Golden Era des Genres. Die Hook ist eine Reminiszenz an die frühen Nullerjahre: „Ina my Air Force One, New Era hat / Playing PS2, Crash Bandicoot, Mortal Combat.“

Und doch ist „101FM“ am Puls der Zeit, mit seinem modernen Bounce und makellosen Flow der Ost-Londonerin. Im Lyric-Video, für das Little Simz auch das Cover beisteuerte, kommt man mit ihren Reimketten fast nicht mit. Der Track ist bereits die dritte Single, nachdem im September in kurzer Abfolge zwei neue Simz-Songs erschienen: „BOSS“ feierte in der HBO-Serie „Insecure“ Premiere. „Offence“ war ein Schaulaufen ihrer Rapskills und bewies, dass Simz sich gefunden hat und nun besser klingt denn je.

Nach ihrem Album „Stillness in Wonderland“, das Ende 2016 erschien und von der Novelle „Alice im Wunderland“ inspiriert war, wurde die 24-Jährige in zwei Kategorien für einen MOBO-Award nominiert, schaffte es, als erste britische Indie-Künstlerin in die Forbes-Liste „30 under 30 in Europe“ und beeindruckte bei den BET-Awards-Cyphers.

Viele Genre-Legenden äußerten ihren Respekt: so zum Beispiel Pulitzer-Preis-Gewinner Kendrick Lamar, der sie „one of the illest doing this right now“ nannte, oder Ms. Lauryn Hill, die Simz für ihre US-Tour „Diaspora Calling!“ als Special Guest einlud. Als Kritikerliebling der letzten Rap-Spielzeiten, steht Little Simz für ein neues feministisches Selbstbewusstsein in der Szene.