Pflegemaßnahmen im Gildehauser Venn

Auch in diesem Winter finden wieder Abholzungsmaßnahmen im Kerngebiet des Naturschutz- und FFH-Gebietes Gildehauser Venn statt. Dazu werden neun Einzelflächen von Gehölzen freigestellt, um der lichtliebenden und nährstoffarmen Heide oder bestehenden Heideweihern wieder günstigere Standortverhältnisse zu verschaffen.

In der Hellehornsheide, einem versteckten Bereich im Südosten des Gildehauser Venns, finden bereits im Januar Naturschutzmaßnahmen statt. Diese sind Teil des von der Europäischen Union geförderten LIFE-Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen seit 2016 umgesetzt wird. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer sollen dabei nachhaltig aufgewertet oder entwickelt werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse sollen gestärkt werden.

Ganz konkret soll in der Hellehornsheide durch die Maßnahmen wieder Feuchte Heide entwickelt werden. Momentan befindet sich die Fläche leider in keinem guten Zustand: Pfeifengras dominiert die Fläche, die typischen Pflanzenarten des Lebensraumtyps wie die Glockenheide wurden verdrängt. Kiefern und andere Gehölze haben sich ausgebreitet und die einstige Offenlandfläche wurde in den letzten Jahrzehnten immer kleiner. Allerdings lassen sich in einigen Bereichen in der Fläche sowie unter den Kiefern immer noch Glockenheide sowie weitere typische Pflanzenarten wie das Braune Schnabelried und verschiedene Seggen- und Binsenarten entdecken. Somit besteht Hoffnung, dass durch gezielte Maßnahmen eine Verbesserung des Lebensraumtyps bewirkt werden kann.

Eine Offenfläche in der Hellehornsheide soll durch Gehölzentnahmen wieder entstehen, eine kleine Gehölzinsel in der Mitte soll dabei erhalten bleiben. Bereiche, in denen der duftende Gagelstrauch vorkommt, werden sehr vorsichtig aufgelichtet. Um die Fläche langfristig offen zu halten, soll die Hellehornsheide in das Beweidungskonzept des Gildehauser Venns mit aufgenommen werden, eine regelmäßige Pflege ist für den Erhalt der Fläche essentiell.

Die innerhalb des Gebietes ausgewiesenen Wander-, Radwander- und Reitwege können weiterhin betreten und befahren werden. In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die ausgewiesenen Freizeitwege nicht verlassen werden dürfen. Darüber hinaus sind die Zufahrten in das Gebiet  für Fahrzeuge aller Art bis auf Fahrräder für den öffentlichen Verkehr gesperrt, das Abstellen von Fahrzeugen innerhalb des Naturschutzgebietes ist verboten.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum EU geförderten Integrierten LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ finden sich auf der Projekt-Website:

https://www.sandlandschaften.de/de/projekt/index.html

Sie ist noch da. Auch verblüht ist die Glockenheide noch gut neben dem Pfeifengras zu erkennen. (Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim )
Sie ist noch da. Auch verblüht ist die Glockenheide noch gut neben dem Pfeifengras zu erkennen. (Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim )

Text und Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim