„Wir sind stinksauer!“ – Landrat beklagt Impfstoffmangel

Grafschaft Bentheim. Landrat Uwe Fietzek schlägt Alarm: „Das könnte ein echter Schlag für unsere erfolgreiche Impfkampagne werden. Wenn nicht ganz schnell die bestellten Impfstoffmengen nachkommen, werden wir unsere Impfangebote einschränken müssen.“ In dieser Woche habe man nur 1.600 Dosen erhalten, obwohl über 5.000 bestellt worden waren. Die Auslieferungsquote lag damit bei gerade einmal 31,5 Prozent. „Diese Lücken bei der BionTech-Lieferung lassen sich auch nicht mit Moderna schließen“, so Fietzek weiter. Glücklicherweise habe man einen kleinen Lagerbestand aufbauen können, dennoch mussten die Impfaktionen und das Angebot in der Impfstation Firnhaberstraße auf 300 Dosen am Tag gedeckelt werden.

„Es kam daher vor, dass der Impfstoff schon eine Stunde vor Aktionsende verimpft war. Ich danke den leer ausgegangenen Bürgerinnen und Bürgern noch einmal ausdrücklich für Ihr Verständnis für diese Situation“, erklärt Fietzek. „Mir fehlen einfach die Worte. Wir alle hier sind stinksauer!“ Nach aktuellem Stand werde auch die Auslieferungsquote in der kommenden Woche nur bei 44 Prozent liegen. „Bei den niedergelassenen Ärzten wird dieses ähnlich sein.“

„Wir appellieren an die Menschen, sich impfen zu lassen. Es gelingt uns auch, bisher ungeimpfte Bürger zu diesem Schritt zu bewegen. Es mangelt eindeutig nicht an Impfwilligen, sondern am Impfstoff. Und dieses in einer Situation, wo eine neue Virusvariante auf uns zukommt und in der die Infektionszahlen nur eine Richtung kennen – steil nach oben.“ Diese dramatische Lage habe Auswirkungen auf die weiteren geplanten Aktionen: „Wir müssen limitieren, wir verbrauchen letzte Reserven und wir müssen vielleicht in der übernächsten Woche eine Reihe von Aktionen absagen.“

Jetzt sei der Bund gefordert, unterstreicht Fietzek, die immer rechtzeitig bestellten Impfmengen in vollem Umfang und schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen.

Text: Landkreis Grafschaft Bentheim