Unterbringung von Geflüchteten erfordert Teamwork

Unterbringung von Geflüchteten erfordert Teamwork – Stadt Nordhorn dankbar für Zusammenarbeit mit Landkreis und Ehrenamt

Nordhorn. Seit mehr als einem Monat kommen nahezu täglich Menschen nach Nordhorn, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen. Um die Ankommenden angemessen unterzubringen und zu betreuen, unternimmt die Stadtverwaltung enorme Anstrengungen. Dank des engagierten Einsatzes aller haupt- und ehrenamtlich Beteiligten konnten bislang alle Menschen den individuellen Anforderungen gerecht werdend untergebracht werden.

„Es ist eine große Herausforderung, die gutes Teamwork auf vielen Ebenen erfordert“, sagt Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling. „Ich danke allen, die ihre Zeit und Energie dafür einsetzen, den ankommenden Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben und ein Stück Normalität zu organisieren.“ Innerhalb der Stadtverwaltung sei das fachbereichsübergreifende „Team Ukraine“ gebildet worden. Es kümmere sich um alle Fragen, die im Zusammenhang mit der Unterbringung und Unterstützung kriegsvertriebener Menschen zu klären sind. „Von der Organisation und Herrichtung der Unterkünfte über die Beantragung von Sozialleistungen bis hin zur Betreuung und Integration sind sehr viele Aufgaben zu erledigen und zu koordinieren. Darum wird das Team Ukraine auch mit Personal aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung unterstützt“, so Berling. Das Ehrenamt sei eine wichtige Ergänzung und Unterstützung der Arbeit der Stadtverwaltung: „Es zeigt sich, dass viele Menschen in Nordhorn bereit sind, sich auf unterschiedliche Art und Weise einzubringen, ob ideell, finanziell, durch Sachspenden, ein Wohnungsangebot oder durch persönliche Unterstützung“, freut sich Birgit Beckermann, Stadträtin für Bildung, Ordnung und Soziales. Sie koordiniert die die Betreuung und Integration der Geflüchteten sowie die Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlich Tätigen.

Mehr als 250 Geflüchtete

Mittlerweile sind in Nordhorn rund 250 ukrainische Geflüchtete angekommen, die sich bei der Stadt Nordhorn angemeldet haben. Da für Menschen aus der Ukraine keine unmittelbare Meldepflicht besteht, geht die Stadt davon aus, dass es noch weitere Geflüchtete in Nordhorn gibt. Viele sind bei Freunden und Bekannten untergebracht. Für rund 70 Personen hat die Stadt Nordhorn bislang Wohnungen zur Verfügung gestellt. Diese verteilen sich aufs ganze Stadtgebiet.

Die Suche nach geeigneten Wohnungen sei bislang erfolgreich verlaufen: „Es haben sich erfreulich viele Menschen und Unternehmen bei uns gemeldet und geeignete Häuser und Wohnungen angeboten, auch dafür sind wir sehr dankbar“, so der Bürgermeister. Auch die GEWO habe sich sehr aktiv eingebracht. Alle angebotenen Wohnungen würden eingehend geprüft, bei Bedarf renoviert und neu ausgestattet. Zahlreiche Nordhorner*innen hatten im Rahmen einer kurzfristigen Spendenaktion Einrichtungsgegenstände gespendet, die die Stadt so kurzfristig nicht organisieren konnte. „Die Hilfsbereitschaft war auch hier überwältigend, schon nach wenigen Stunden war das Spendenlager komplett gefüllt“, berichtet Berling.

Sehr gut sei das freiwillige Angebot des Landkreises, der mit seiner Erstaufnahmeeinrichtung in den Kreissporthallen einen gewissen Puffer biete: „Das ist für uns und die Geflüchteten sehr wertvoll, denn so gewinnen wir Zeit, um die längerfristige Unterbringung passgenau vorzubereiten. Die Menschen sollen dann ja möglichst nicht noch mehrmals umziehen müssen.“ Überhaupt funktioniere die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den anderen Grafschafter Kommunen sehr gut. In den kommenden Wochen erwartet die Stadt Nordhorn noch weitere Geflüchtete über die Zuweisungsquote des Landes Niedersachsen. Wann genau diese eintreffen und wie viele es sein werden, ist aber noch nicht bekannt.

Ukrainische Kinder in den Schulen

Unter den bekannten Geflüchteten sind laut Zählung der Stadtverwaltung rund 90 Kinder, davon rund 50 im schulpflichtigen Alter. Etwa die Hälfte der schulpflichtigen Kinder besucht aktuell die Nordhorner Grund- und Oberschulen. Einige Kinder nehmen auch per Webkonferenz am Unterricht ihrer Heimatschule in der Ukraine teil. „Virtueller Unterricht wird von ukrainischen Schulen insbesondere für Kinder und Jugendliche in den Abschlussklassen angeboten“, berichtet Stadträtin Beckermann. In Nordhorner Kindertagesstätten wurden bislang zwei Kinder aus der Ukraine aufgenommen. Das Land Niedersachsen hat geregelt, dass Kinder von ukrainischen Geflüchteten nicht auf die Gruppengröße in den Kitas angerechnet werden. „Durch die Aufnahme der ukrainischen Kinder fallen also keine Kita-Plätze für Nordhorner Kinder weg“, erläutert Beckermann. Unter den Geflüchteten seien auch einige ausgebildete Erzieherinnen: „Wir sind in Gesprächen mit den Frauen, ob sie eventuell in der Betreuung von Kindern in der Schule, in einer Kita oder in einer Mutter-Kind-Gruppe tätig werden möchten. Das könnte für alle eine Win-Win-Situation sein.“

Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche

Für die ukrainischen Kinder und Jugendlichen bietet die Stadt Nordhorn das komplette Programm der offenen Jugendarbeit an. Das reicht von Angeboten in den städtischen Jugendeinrichtungen bis hin zur Ferienbetreuung. Ein neu entworfener Info-Flyer ist nun auch in Ukrainisch verfasst und wird zeitnah an die Kinder und Jugendlichen verteilt, um sie persönlich zu informieren. Die Anmeldungen zu den Osterferienangeboten zeigen, dass die Kommunikation funktioniert und ukrainische Kinder und Jugendliche teilnehmen werden.

Info-Webseite der Stadt

Wer noch Wohnraum anbieten möchte, kann dies nach wie vor auf der Internetseite www.nordhorn.de/ukraine über das dort zu findende Kontaktformular tun. Auf der gleichen Internetseite stellt die Stadt Nordhorn weitere Informationen für Geflüchtete und Helfende zur Verfügung.