Niedlicher Gartenschläfernachwuchs im Tierpark Nordhorn – Nachwuchs statt Winterschlaf – verkehrte Welt im Nachttierhaus

Mitte August dieses Jahres zogen insgesamt 18 Gartenschläfer in das neue kleine
Nachttierhaus im Familienzoo in der Grafschaft Bentheim ein. Nur 5 weitere Zoos in
Deutschland zeigen die einheimische Tierart, die im Freiland in vielen Gegenden
Europas selten, zum Teil sogar regional ausgestorben ist. In den letzten Wochen
haben die zu den Bilchen zählenden Nagetiere ordentlich gefuttert, um bis zu einem
Drittel Körpergewicht zuzunehmen, denn ihr Name ist eigentlich Programm:
Gartenschläfer sind ausgedehnte Winterschläfer. Laut Literatur dauert dieser, mit
wenigen Unterbrechungen, in Mittel- und Nordeuropa von Oktober bis April an,
während die Populationen in Südeuropa mit nur ein bis zwei Monaten auskommen.
Nun hat das in diesem Jahr eher südeuropäische Klima mit einem viel zu milden
Oktober offenbar nicht nur dafür gesorgt, dass die Nordhorner Gartenschläfer im
November noch putzmunter sind. Am 2. November entdeckte Zoodirektor Dr. Nils
Kramer bei einem Besuch des Nachttierhauses in den Futterschüsseln tatsächlich
mindestens fünf possierliche Gartenschläfer-Jungtiere!
Ein Blick in die Literatur lässt einen auch in diesem Punkt den Kopf schütteln, da die
Fortpflanzung bei Familie Gartenschläfer normalerweise überwiegend von Mai bis
Juli stattfindet. Nach einer Tragzeit von nur etwa 3 Wochen kommen in dem Zeitraum
die Mini-Gartenschläfer nackt und blind zur Welt und sind nach einer
Turboentwicklung mit etwa 40 Tagen selbständig. Da sich die Nordhorner
Gartenschläfergruppe aber erst Mitte August kennenlernen konnte, denn Weibchen
und Männchen kamen von verschiedenen Haltern, und die Temperaturen immer
noch wenig winterlich sind, gibt es im Nordhorner Tierpark statt schlafenden
Gartenschläfern nun den ersten Nachwuchs im Nachttierhaus zu bestaunen – sie
scheinen sich also wohl zu fühlen, die kleinen Bilche im Familienzoo.

Text: Tierpark Nordhorhn

Foto: Franz Frieling