Umweltminister Lies und NLT-Präsident Wiswe zeichnen Gewässerprojekt von „Bach im Fluss“ aus

Umweltminister Lies und NLT-Präsident Wiswe zeichnen Gewässerprojekt von „Bach im Fluss“ ausProjekt „Ökologische Aufwertung der Dalumer Moorbeeke“ auf Platz drei

GEESTE. Die Siegerinnen und Sieger des diesjährigen Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ stehen fest: In der Kategorie „Hauptamt“ geht die „Bachperle 2020“ an die Casa Projekt GmbH für die Renaturierung der Sule bei Stehlen. Bei dieser Kompensationsmaßnahme wurde beispielgebend ein neuer Bachlauf mit Einbau von vielfältigen Ufer- und Sohlstrukturen geschaffen. Über den dritten Platz kann sich die Gemeinde Geeste gemeinsam mit ULV Ems, SFV im LFV Weser-Ems e.V., WaBo Ems-Süd und Landkreis Emsland freuen.

Durch Laufverlängerung und Neuanlage eines naturnahen, gewässertypischen Abflussprofils der Dalumer Moorbeeke im Mündungsbereich wurde durch Umgehung eines Querbauwerkes die Durchgängigkeit wiederhergestellt und eine Wiederanbindung an die Ems erreicht. In Kombination mit Hochwasserschutzzielen wurden eine eindrucksvolle Sekundäraue sowie vielfältige Habitate wie variantenreiche amphibienfreundliche Tümpel und Steiluferhänge angelegt. Durch den Verkauf des Sandaushubs der Baustelle ergab sich eine effektive Finanzierungsmöglichkeit. Zufrieden mit dem dritten Platz zeigte sich auch Britta Düthmann, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen in der Gemeinde Geeste: „Auch wenn die Verleihung wegen der aktuellen Pandemielage jetzt online und nicht vor Ort in Hannover stattfindet, freue ich mich nicht weniger über die Auszeichnung und die Anerkennung unseres Gemeinschaftsprojektes.“ „Allein die Nominierung ist ein Ergebnis der hervorragenden Zusammenarbeit aller Akteure und der Fachbereichsleiterin Planen und Bauen Britta Düthmann, die viel Engagement in dieses Projekt legte“, berichtete Bürgermeister Höke während der Preisverleihung und bedankte sich bei allen Beteiligten.

In der Kategorie „Ehrenamt“ kann sich die Angelsportgemeinschaft Müden/Örtze e.V. über den Gewinn der Bachperle freuen. Durch den Rückbau eines angestauten Teiches ist wieder ein durchgängiges Fließgewässer entstanden. Der Einbau von Kies- und Totholz hat neue Lebensraumstrukturen entstehen lassen. Mit geringen Mitteln wurde an dem Gewässer 3. Ordnung viel erreicht.

Der Sonderpreis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung wird an die Aktion Fischotterschutz e.V. verliehen. Ausschlaggebendes Alleinstellungsmerkmal ist die intensive und langjährige Netzwerkarbeit mit unterschiedlichen Akteuren in diesem großen Gesamtprojekt.

Zusätzlich wird dieses Jahr ein Sonderpreis „Blaues Klassenzimmer“ an den Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V. für das vorbildliche Umweltbildungsprojekt mit der Realschule Bramsche ausgelobt.

Aufgrund der aktuellen Situation fand die Preisverleihung am 23.11.2020 via Livestream statt.

„Die Beiträge belegen eindrucksvoll das große Engagement, das technische Können und die Kreativität mit den Gewässerprojekten in unserem Land vorangebracht und umgesetzt werden“, so Umweltminister Olaf Lies. „Mit diesen Maßnahmen sind wir auf dem richtigen Weg, die Anforderungen an modernen Gewässerschutz zu erfüllen. Mein großer Dank geht an die vielen haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die die naturnahe Gewässerentwicklung umsetzen und dabei unsere Bäche und Flüsse wieder zu einem Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen machen und nicht zuletzt einem Ort, an dem auch wir Menschen gerne verweilen.“

Klaus Wiswe, Präsident des Niedersächsischen Landkreistages und amtierender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände, ergänzt: „Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich. Sie können zu Recht stolz auf ihr Werk sein. Ihre Projekte zeigen den Einfallsreichtum sowie den engagierten und kooperativen Einsatz der Menschen vor Ort für die Gewässerrenaturierung in unserem Land. Erfreulich sind auch die vielen gelungenen Kooperationen in unseren Landkreisen, Städten und Gemeinden, die die Zusammenarbeit am Gewässer ermöglichen und unser Leben hier bereichern.“

Der Gewässerwettbewerb wird vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens unterstützt. Geschäftsstelle des Wettbewerbs ist die Kommunale Umwelt-AktioN UAN. Er wurde 2010 ins Leben gerufen und findet alle zwei Jahre statt. Ziel des Wettbewerbs ist es, im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie die Gewässerentwicklung in Niedersachsen zu fördern, gelungene Projekte der Fließgewässerentwicklung öffentlich zu präsentieren und die Vorbildfunktion guter Projekte zu nutzen. Verschiedene haupt- und ehrenamtliche Teilnehmende aus Kommunen, Landkreisen, Verbänden, Unternehmen oder Vereinen reichten insgesamt 27 Beiträge für den diesjährigen Wettbewerb ein.

Im September bereiste eine siebenköpfige Expertenjury elf ausgewählte Projekte in ganz Niedersachsen. Die Bewertung der Beiträge erfolgte primär anhand der ökologischen Wirksamkeit zur Verbesserung der Situation im und am Gewässer. Daneben wurden weitere Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung einbezogen sowie Aspekte wie Konfliktmanagement, Kooperationen und kreative Finanzierung berücksichtigt. Auch beim sechsten Gewässerwettbewerb war die Jury wieder sehr beeindruckt vom hohen fachlichen Niveau, mit dem die Wettbewerbsteilnehmenden die oft gestörten Umweltbedingungen in und an unseren Gewässern wieder tatkräftig verbessern.

Ausgewählte Beiträge des Wettbewerbs werden im nächsten Jahr in einer Broschüre veröffentlicht. Sie dient als Auszeichnung für die engagierte und vorbildhafte Arbeit im und am Gewässer und als öffentlichkeitswirksame Inspirationsquelle. Im Niedersächsischen Gewässerwettbewerb 2022 haben Projektträgerinnen und Projektträger im Bereich der Gewässerentwicklung erneut die Chance, ihre Maßnahmen zu präsentieren und sich in die Siegerliste einzutragen.

Abschlussbild Preisträgerinnen und Preisträger mit Umweltminister Lies, Karten Behr, Jury und UAN. Foto: UAN
Abschlussbild Preisträgerinnen und Preisträger mit Umweltminister Lies, Karten Behr, Jury und UAN. Foto: UAN

Foto © UAN

Text: Gemeinde Geeste