Zoo Osnabrück: Abschied von grauem Riesen – Elefantenbulle Luka eingeschläfert

Der Zoo Osnabrück musste sich von einem Charaktertier verabschieden: Elefantenbulle Luka wurde am gestrigen Mittwoch, 5. Oktober, eingeschläfert. Sein Gesundheitszustand ließ den Veterinären keine Wahl. 

49 Jahre alt wurde Elefantenbulle Luka – neun davon hatte er im Zoo Osnabrück verbracht. Den betagten Elefantenbullen nun einschläfern zu müssen war keine leichte Entscheidung für die Veterinäre. „Der Gesundheitszustand des 49-jährigen Zuchtbullen hatte sich in den letzten zwei Wochen sehr verschlechtert – in den letzten Tagen so rapide, dass uns keine andere Wahl blieb“, erklärt Tierarzt Thomas Scheibe. Der rund 4 Tonnen schwere und über 3 Meter große graue Riese war immer ruhiger und abwesender geworden, seine Bewegungen unkoordiniert und schwach. Auch hatte er in der letzten Zeit deutlich Gewicht verloren. „Das sind Symptome eines altersschwachen Tieres“, so der Fachtierarzt für Wildtiere weiter. Trotz umfassender Behandlungen verschlechterte sich Lukas Zustand weiterhin. Für die Tierärzte ist es keine leichte Entscheidung ein Tier einzuschläfern, jedoch tragen sie die Verantwortung für ihre Schützlinge und müssen zum Wohle des Tiers entscheiden. Bei der Entscheidungsfindung stehen die Zoologische Leitung sowie die Tierpfleger den Veterinären beratend zur Seite.

Luka wurde 1973 im Zoo Belgrad (Serbien) geboren und kam 2013 an den Schölerberg. Dort lebte er zunächst mit den Jungbullen Nuka, Dinkar, Shahrukh und Shanti zusammen. Die Jungbullen verließen nach und nach den Zoo Osnabrück, 2018 zogen die beiden Elefantenkühe Douanita und Sita an den Schölerberg. 2021 kam Yaro zur Welt – der erste im Zoo Osnabrück gezeugte Asiatische Elefant, Jungtier von Douanita und Luka. „Luka war ein selbstbewusster, souveräner, aber sehr kooperativer und umgänglicher Elefantenbulle, der bei allen beliebt war“, berichtet Andreas Wulftange, Zoologische Leitung. „Vor allem die Aufmerksamkeit, die er beim Medical Training und bei der Fußpflege bekommen hat, hat er immer sehr genossen.“ Ob nun ein neuer Zuchtbulle an den Schölerberg geholt werde, stehe noch nicht fest und wird mit dem Zuchtbuchkoordinator besprochen.   

Wissenswertes zu Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) Asiatische Elefanten sind etwas kleiner als Afrikanische, erreichen aber trotzdem eine Körpergröße von drei Metern und ein Gewicht von bis zu sechs Tonnen. Sie sind die größten Landsäugetiere Asiens. Asiatische Elefanten ernähren sich von Ästen, Blättern, Baumrinden, Wurzeln, Früchten und Gräsern und benötigen täglichen Zugang zu Wasser. Sie leben überwiegend in Regenwäldern und immergrünen Laubwäldern. Die Tragzeit eines Asiatischen Elefanten beträgt fast zwei Jahre und ist eine der längsten im Tierreich. Das Junge kommt meist mit etwa 100 Kilogramm Körpergewicht auf die Welt. Der Zyklus von Elefantenkühen dauert rund 3 bis 4 Monate, die Oestrus-Phase nur maximal vier Tage. Kälber sind bei der Geburt voll entwickelt. Die Dickhäuter leben in Herden, bestehend aus Weibchen zusammen mit ihrem Nachwuchs. Ältere Bullen leben als Einzelgänger, junge hingegen in Junggesellengruppen. Von der Weltnaturschutzorganisation IUCN wird der Asiatische Elefant als „stark gefährdet“ eingestuft.  

Bildunterschrift:

Neun Jahre lang lebte Elefantenbulle Luka im Zoo Osnabrück, bis er am vergangenen Mittwoch eingeschläfert werden musste.

Fotoquelle: Zoo Osnabrück (Denise Matthey), zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung

Über den Zoo Osnabrück

Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimattiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum Zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar 2.728 Tiere aus 285 Arten (Stand 31.12.2021). Die Erlebniswelten sind der Unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Tierwelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). Es folgten der Tigertempelgarten (2014) und der „Orang-Utan Dschungeltempel“ (2017) in diesem Bereich. Im Oktober 2018 neu hinzugekommen ist die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“, 2019 und 2020 wurden mit „Mapungubwe“ die Nashornanlage und die Löwenanlage vergrößert und mit einem Höhenpfad für Besucher versehen. 2022 eröffneten die „Wasserwelten Mariasiel“. 2021 besuchten den Zoo Osnabrück 1.100.000 Besucher.

Text und Foto: Zoo Osnabrück (Foto: (Denise Matthey))